Gabriel als SPD-Chef bestätigt - 91,6 Prozent Zustimmung

Berlin (dpa) - Sigmar Gabriel ist mit einem etwas schlechteren Ergebnis als 2009 erneut zum SPD-Vorsitzenden gewählt worden. Beim SPD-Bundesparteitag in Berlin erhielt der 52-Jährige 91,6 Prozent. Bei seiner Wahl zum Nachfolger von Franz Müntefering hatte er vor zwei Jahren noch in 94,2 Prozent Zustimmung bekommen. Der frühere Bundesumweltminister sieht seine Partei im Aufwind, nachdem sie bei acht Landtagswahlen achtmal die Regierungsbeteiligung geschafft hat. In Umfragen liegt die SPD allerdings mit rund 30 Prozent immer noch etwa fünf Prozentpunkte hinter der Union von Kanzlerin Angela Merkel.

Staatengemeinschaft sagt Afghanistan Hilfe bis 2024 zu

Bonn (dpa) - Die internationale Gemeinschaft hat Afghanistan Hilfe bis 2024 zugesichert. Zahlen zur finanziellen Unterstützung sind aber noch unklar. Die Regierung in Kabul verpflichtet sich zu demokratischen Reformen und dazu, Korruption zu bekämpfen. In 13 Jahren soll Afghanistan ein voll funktionsfähiger Staat sein. Das sind die Kernaussagen der Abschlusserklärung der Afghanistan-Konferenz in Bonn. Konkrete Zusagen zur finanziellen Unterstützung sollen auf einer Geberkonferenz im nächsten Jahr in Tokio gemacht werden.

Brandserie im Saarland wird auf Neonazi-Verbindung überprüft

Saarbrücken (dpa) - Im Zuge der bundesweiten Ermittlungen zur Neonazi-Terrorgruppe überprüfen die Ermittler im Saarland eine Serie von Brandstiftungen. Dazu wurde eine gemeinsame Ermittlungsgruppe von Polizei, Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft eingerichtet. Sie soll untersuchen, ob die Brandstiftungen in Völklingen einen rechtsradikalen Hintergrund haben. Anhaltspunkte für eine Verbindung zur Zwickauer Zelle gibt es nach offiziellen Angaben bisher nicht. Es geht um mindestens elf Brandstiftungen auf Wohnhäuser in Völklingen in den vergangenen fünf Jahren.

Razzia bei mutmaßlichen SS-Kriegsverbrechern wegen Massakers

Dortmund (dpa) - Wegen eines Massakers der Waffen-SS sind die Wohnungen von sechs Verdächtigen in mehreren Bundesländern durchsucht worden. Am 10. Juni 1944 war die Waffen-SS in den französischen Ort Oradour-sur-Glaneeingefallen und hatte fast die gesamte Bevölkerung ermordet. Frauen und Kinder wurden in eine Kirche gesperrt, die dann gesprengt und angezündet wurde. 642 Menschen starben. Die neue Spur hat sich durch Hinweise aus der Stasi-Unterlagenbehörde ergeben. In DDR-Akten werden damals 18 und 19 Jahre alte Männer mit dem Massaker in Verbindung gebracht.

Bundesregierung besorgt über Ablauf der Wahl in Russland

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat sich angesichts von Berichten über Unregelmäßigkeiten und Behinderungen bei der Parlamentswahl in Russland «sehr besorgt» geäußert. Der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter sagte in Berlin, alle Vorwürfe müssten «befriedigend aufgeklärt» werden. Streiter zitierte Wahlbeobachter, die von einem «wenig souveränen Umgang mit Demokratie» gesprochen hätten. Die zentrale russische Wahlkommission hatte zuvor die Partei von Regierungschef Wladimir Putin offiziell zum Sieger der Parlamentswahl erklärt.

Assange darf gegen Auslieferung vorgehen

London (dpa) - Wikileaks-Gründer Julian Assange darf gegen seine Auslieferung nach Schweden vor dem Obersten Gerichtshof Großbritanniens Berufung einlegen. Das entschied das höchste Zivilgericht in London. Damit kann der 40 Jahre alte Australier zunächst nicht nach Schweden ausgeliefert werden, wo gegen ihn wegen des Verdachts auf Vergewaltigung ermittelt wird. Assange weist die Vorwürfe zurück und spricht von einer Verleumdungskampagne.