Brüssel (dpa) - Gute Nachrichten für deutsche Fischer: In der Nordsee dürfen nächstes Jahr wieder mehr Hering und Scholle gefangen werden. Darauf einigten sich die zuständigen EU-Minister am frühen Samstagmorgen bei Fischereiverhandlungen in Brüssel.

Kutter können 140 Prozent mehr Hering einfahren, sagte der deutsche Agrarstaatssekretär Robert Kloos der Nachrichtenagentur dpa. Für die Scholle gab es ein Plus von 15 Prozent, ebenso für arktischen Kabeljau vor der Küste Norwegens.

Insgesamt wurden die Fangquoten bei dem Treffen zwar für zahlreiche Fischbestände in der Nordsee und im Atlantik gekürzt. Für Deutschland gibt es im kommenden Jahr unterm Strich aber ein Plus, wie Kloos berichtete.

Bereits im Oktober waren die Fangmengen für den Hering in der Ostsee zum ersten Mal seit vier Jahren erhöht worden. «Die Fischereipolitik Deutschlands trägt jetzt Früchte», sagte Kloos. Er zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis, betonte aber: «Bei allen Beschlüssen gehen wir natürlich auf die Empfehlungen der Wissenschaft zurück.» Auch für Deutschland gebe es Einschnitte. «Es sind auch noch immer Bestände da, die sich noch nicht so positiv entwickeln.»

Einbußen gab es beispielsweise beim Seelachs in der Nordsee. Hier wurde die Fangquote um 15 Prozent reduziert. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Minister die erlaubten Mengen für diesen Bestand herabgesetzt, weil die Bestände geschwächt waren. Die Fangmengen für den Kabeljau in der Nordsee blieben etwa auf Vorjahresniveau.

Auch Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) hatte sich zuvor für den Brüsseler Kurs stark gemacht. «Grundsätzlich unterstützen wir die Fischereipolitik der Kommission», sagte die Ministerin zu Beginn der Verhandlungen in Brüssel. «Es geht um eine nachhaltige Fischerei, es geht um den langfristigen mehrjährigen Ertrag, den wir auch sichern wollen.»

Tagesordnung EU-Ministerrat auf Englisch

Seite der EU-Kommission zu Fangquoten

Vorschlag EU-Kommission auf Englisch

Seite von EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki auf Englisch