Mainz (SID) - Tobias Stieler (Obertshausen) rückt zum Rückrunden-Start der Fußball-Bundesliga als jüngster Schiedsrichter in den Kreis der 20 Erstliga-Referees auf. Das teilte Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel (Kyllburg) vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zum Abschluss der Halbzeittagung der insgesamt 40 Erst- und Zweitliga-Referees in Mainz mit. Der Rechtsreferendar ist 30 Jahre alt und empfahl sich durch seine Leistungen in der zweiten Liga für das Oberhaus.

Durch Stielers Beförderung setzte der DFB laut Fandel eine bereits vor Saisonbeginn gemachte Aufstockungsankündigung nach dem Ausfall des Esseners Marc Seemann um. Der Hesse gilt nicht als Ersatz für Babak Rafati (Hannover), der im November einen Selbstmordversuch unternommen hatte und sich seitdem in psychologischer Behandlung befindet. Stielers Platz bei den Zweitliga-Schiedsrichtern nimmt der 27 Jahre alte Niederkasseler Sascha Stegemann ein.

Ob Rafati in Zukunft ein Comeback feiern könnte, ließ Fandel in Mainz offen. "Das muss Babak Rafati selbst entscheiden. Ich hatte bisher keinen Kontakt zu ihm. Das Wichtigste ist, dass er gesund wird. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass er alle Unterstützung hat und den Weg der Genesung geht. Es steht uns nicht zu, etwas zu initiieren oder Druck auszuüben", sagte der frühere FIFA-Schiedsrichter weiter.

Fandel und auch seine einstiger FIFA-Kollege Hellmut Krug (Gelsenkirchen) als Vertreter der Deutschen Fußball Liga (DFL) in der DFB-Schiedsrichterkommission plädierten für eine weitere Professionalisierung ohne die Einführung eines Profi-Referees. "Natürlich ist bei den Schiedsrichtern von Professionalisierung die Rede, aber das bedeutet nicht, dass wir demnächst Vollprofis haben werden", sagte Krug.

Eine Entscheidung über die Zukunft des einstigen Schiedsrichter-Talents Michael Kempter ist noch nicht gefallen. Der Bayer soll nach den Auseinandersetzungen mit dem früheren Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell in der laufenden Saison nicht mehr zum Einsatz kommen.