Sport News Sörgel: Manipulierte Stars, wenig positive Fälle
Köln (SID) - Sechs Monate vor dem Olympia-Auftakt in London befürchtet der Dopingexperte Prof. Fritz Sörgel eine Reihe manipulierter Athleten, aber am Ende wenig überführte Sportler an der Themse.
Der Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Nürnberg sagt in einem Interview mit der Münchner Zeitung tz: "Zu viele Dopingfälle wird es in London nicht geben, denn wir dürfen nicht vergessen, dass wir nur Stoffe messen können, die wir schon kennen. Und die werden höchstens von Sportlern armer Länder verwendet, doch nicht von Sport-Multimillionären. Ausnahmen bestätigen da nur die Regel."
Sörgel glaubt, längst könnten Abkömmlinge bekannter Stoffe oder eine völlig neue Art des Dopings im Umlauf sein. "Ich bin mir sicher, dass Sportler bereits mit Stammzellen und allen möglichen anderen Zellen aus dem Körper getestet haben, die Hoffnung auf Leistungssteigerung erwarten ließen. Um Stammzellen gibt?s derzeit einen regelrechten Hype in der Medizin. So was ruft erfahrungsgemäß schnell die kriminellen Ärzte aus der Dopingmafia auf den Plan, man geht schnell in den ´Menschenversuch´, ohne Rücksicht auf die möglichen Risiken, Todesfälle inklusive."
Sörgel sieht die enorme Möglichkeiten für Betrüger im biotechnologischen Bereich. "Bei Olympia werden die Athleten in Sachen bekannter Stoffe sehr in die Enge getrieben. Zudem ist geplant, die Proben über sieben Jahre einzufrieren, damit man auch später mit neuen Methoden noch nachweisen kann." Ein Olympiasieger könnte sich einige Jahre an der Medaille erfreuen und das Geld, das er damit verdient habe, könne man ihm nicht mehr abnehmen. "Das heißt, der Anreiz zu dopen, ist nach wie vor hoch."
Der Wissenschaftler glaubt, in London müsse man in Sachen Doping Detektive einsetzen. "Beim Dopingskandal mit den Österreichern in Turin habe ich mich schon gewundert. Wie kann es sein, dass niemand die Hotels der Sportler durchsucht?"
Mehr zum Thema Sport erfahren Sie hier.
- Datum 25.01.2012 - 15:44 Uhr
- Quelle sid
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:
