Ehingen (dpa) - Der vorläufige Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bekommt mehr Befugnisse - und will dadurch unter anderem die Mietzahlungen für die Läden sichern. Das sagte Geiwitz am Montag am Schlecker-Stammsitz in Ehingen bei Ulm.

Er revidierte zugleich bisherige Zahlen zu den Filialen - es seien mehr als 6000 in Deutschland mit rund 32 000 Mitarbeitern. Zuvor war von knapp unter 7000 die Rede. Das Amtsgericht Ulm habe am Morgen eine «vorläufig starke Verwaltung» angeordnet, das bedeutet, Geiwitz hat vorläufig mehr Einfluß als zuvor festgelegt.

Ob Schlecker in eine Insolvenzplanverfahren gehen könne, sei noch unklar, erklärte Geiwitz. Meike Schlecker erklärte, sie wolle mit Gerüchten aufräumen, ihre Familie habe Geld zur Seite geschafft. «Das Vermögen meines Vaters war immer das Unternehmen», sagte sie. Ihre Eltern, sie und ihr Bruder Lars hätten große Teile ihres Privatvermögens bereits in die Restrukturierung der Kette gesteckt.

Der Grund für den Insolvenzantrag vor einer Woche sei ausschließlich die genannte eine kurzfristige Zahlungsunfähigkeit über einen «niedrigen zweistelligen Millionenbetrag» gewesen, sagte Schlecker-Finanzchef Sami Sagur. Dem Vernehmen nach ging es um eine Zahlung an die Einkaufsgemeinschaft Markant.