Berlin (dpa) - Mario Adorf hat gleich zwei Laudatorinnen und möchte nicht Bundespräsident werden. Hape Kerkeling singt mit Miss Piggy, der Nachwuchs trägt Frack. Und auch Hollywood ist bei der 47. Goldenen Kamera dabei.

Dietmar Bär und Nina Kunzendorf sind am Samstagabend bei der 47. Goldenen Kamera als beste Schauspieler ausgezeichnet worden. Bär (50) schlüpfte in dem ARD-Film «Kehrtwende» in die Rolle eines prügelnden Familienvaters. Kunzendorf (40) kennen TV-Zuschauer aus dem neuen Frankfurter «Tatort» oder der ZDF-Produktion «Liebesjahre». Diese wurde von der Programmzeitschrift «Hörzu» auch als bester Fernsehfilm gewürdigt.

Für ihr Lebenswerk wurden Hollywoodstar Morgan Freeman und der deutsche Schauspieler Mario Adorf geehrt. Iris Berben und Hannelore Elsner kamen für Adorf Hand in Hand auf die Bühne. Sie würdigten ihn als «langjährigen, lieben Freund» und als «Großmeister des deutschen Schauspiels».

Der 81-Jährige freute sich über die «liebevolle, gut gespielte Schmeichelei». Seine Dankesrede schloss er mit einem Augenzwinkern: «Ich möchte klarstellen, dass ich als Kandidat für die Wahl zum Bundespräsidenten nicht zur Verfügung stehe.»

Katrin Müller-Hohenstein erhielt die Trophäe in der Sparte «Beste Information - Sportmoderatoren». «Ich falle jetzt gleich in Ohnmacht», sagte die ZDF-Moderatorin. «Das ist ein Knaller für mich.» Sie nannte in ihrer Dankesrede ihre Familie und auch ihren «tollen Ex-Mann».

ZDF-Talkmaster Markus Lanz pries die Sat.1-Musikshow «The Voice of Germany» als beste Unterhaltungssendung dafür, dass sie im Gegensatz zu anderen Castingshows ohne Häme auskomme.

Als Nachwuchsdarstellerin freute sich Liv Lisa Fries («Vater Mutter Mörder») über die «Lilli Palmer und Curd Jürgens»-Gedächtniskamera, die mit 20 000 Euro dotiert ist. Die 21-Jährige war überrascht. «Das ist ein bisschen geil» und «alter Schwede», entfuhr es ihr.

Der Moderator der ZDF-Show, Hape Kerkeling, bekam in der Leserwahl den Preis als bester Comedian. «Das ist mir jetzt ein bisschen peinlich», meinte er. Dann sang der Moderator ein Liebesduett mit «Muppet»-Puppendiva Miss Piggy.

Til Schweiger lobte Hollywoodstar Scarlett Johansson, die als beste internationale Schauspielerin geehrt wurde, als charmant, tiefgründig und sexy. «Ihre Rollen wirken, als seien sie ihr auf den Leib geschrieben.» Die Amerikanerin sagte in Anspielung auf einen ihrer Filmtitel, sie freue sich, dass ihre Arbeit nicht «Lost in Translation» sei - also auch international geschätzt werde. Wladimir Klitschko hielt die Rede für Denzel Washington, den «besten Schauspieler international».

Die ZDF-Nachwuchsmoderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf hatten sich mit Frack und Zylinder aus dem Theaterfundus in Schale geschmissen und frotzelten: «Wir freuen uns, dass Scarlett Johansson heute hier sein muss.» Der Retrolook von Joko und Klaas hatte seinen Sinn: Das Duo hielt die Laudatio für die Niederländerin Caro Emerald («A Night Like This»).

Im Showprogramm traten neben Emerald die Preisträgerinnen Dionne Warwick und Helene Fischer auf. Kerkeling riss Witze über das Dschungelcamp, die FDP, Theo Koll (den «Bachelor vom ZDF») und über vereiste Dekolletés. Draußen herrschten Minusgrade, so dass die Tour über den roten Teppich mit viel Gänsehaut verbunden war.

In der Jury saßen neben Vertretern der «Hörzu» auch der Comedian Michael Kessler, TV-Journalist Koll, die Schauspielerin Anna Loos, der Moderator Kai Pflaume und die Filmproduzentin Tanja Ziegler. Nachts ging es zur Aftershowparty in die Ullsteinhalle. Das Motto lautete «La Dolce Vita.»

Goldene Kamera