Brüssel/Prag (dpa) - Die Proteste gegen eine fremdenfeindliche Website der rechtspopulistischen niederländischen Partei PVV des Islamgegners Geert Wilders nehmen zu.

Die Botschafter von zehn osteuropäischen Staaten verurteilten in offenen Briefen an holländische Politiker in Den Haag die Aufforderung von Wilders, Niederländer sollten sich im Internet über in den Niederlanden lebende Osteuropäer beschweren.

«Die Botschafter haben sich dazu klar geäußert», sagte der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg in Rom der Agentur CTK. Neben Tschechien gehören auch Bulgarien, Polen, Rumänien und Ungarn zu den Unterzeichnern des Protests.

Die Diplomaten riefen die niederländische Gesellschaft und ihre politischen Vertreter auf, sich von dieser «bedauernswerten Initiative» zu distanzieren. «Es ist diskriminierend und entwürdigend, eine in den Niederlanden lebende Gruppe von Menschen auszugrenzen», hieß es in dem Schreiben.

Die niederländische EU-Kommissarin Neelie Kroes, zuständig für das Internet, bezeichnete die Website der PVV als «lächerlich». «Es ist immer einfach, andere zu beschuldigen, aber Beschuldigungen lösen keine Probleme», schrieb Kroes in ihrem Blog.

Anlass zum Handeln sieht die EU-Kommission weiterhin nicht. «Die Kommission ist nicht dafür da, allerseits den Polizisten für die Grundrechte zu spielen», sagte der Sprecher der für den Schutz der Grundrechte zuständigen EU-Kommissarin Viviane Reding. Wer gegen die Internetseite vorgehen wolle, müsse sich zunächst an niederländische Gerichte wenden.

Tschechiens Außenminister Schwarzenberg sagte, es sei offensichtlich, dass es sich nicht um die offizielle Politik der niederländischen Regierung handele.