Köln (SID) - Zwei WM-Titel hat er bereits, aber für Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz wird Formel-1-Champion Sebastien Vettel noch stärker werden. "Er hat noch Potenzial nach oben, weil jetzt seine Erfahrung, seine Stabilität und seine Souveränität in verschiedenen Situationen zum Tragen kommen", sagte der Milliardär in einem Interview mit dem Fachmagazin Speedweek: "Die Konzentration auf das Maximum in einer Qualifikationsrunde war schon bisher seine Stärke, aber er wird im Rennen noch stärker, weil er Ruhe und Überlegenheit ausspielen kann und die Komplexität des Sports insgesamt noch besser begreift."

Trotz der Regeländerungen für die Saison 2012, die besonders die Stärken von Red Bull beschneiden, sieht Mateschitz sein Team auch in diesem Jahr noch als Messlatte. "Ich erwarte ähnliche Kräfteverhältnisse wie im Vorjahr", sagte der Österreicher, der in der vorigen Woche zu Vettels erstem Testtag extra mit dem Privatjet nach Jerez eingeflogen war. "Die Vorteile, die wir anfangs letzter Saison hatten, verringerten sich immer mehr, dennoch hatten wir im Finale in Brasilien noch immer das beste Auto", sagte Mateschitz: "Und viel von den Vorteilen können wir übernehmen." Das Ziel für 2012 ist für "Mr. Red Bull" klar: "Da haben wir eigentlich keine andere Wahl, als uns die Verteidigung beider WM-Titel vorzunehmen."

Dem Australier Mark Webber traut Mateschitz eine bessere Saison als 2011 zu und erwartet einen engeren Kampf mit Vettel. "Mark kann ihn sicher pushen. Beide fangen wieder bei Null an. Es wird sich zeigen, ob Sebastian wieder eine Dominanz aufbauen kann. Für das Team ist wichtig, dass beide schnell sind und mit gleichen Mitteln kämpfen", sagte Mateschitz.

Als mögliche Nachfolger von Webber, der eventuell Ende 2012 seine Karriere beendet, sieht Mateschitz die beiden neuen Toro-Rosso-Piloten Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne als aussichtsreichste Kandidaten. "Das Ziel ist zuerst, jemanden aus unserem Nachwuchsprogramm einzusetzen", sagte Mateschitz: "Das ist ja auch ein Grund, warum wir die Fahrer bei Toro Rosso wechselten: Beide sind hochtalentiert und haben viel Potenzial. Aber die Frage stellt sich erst, wenn zum Beispiel Mark Webber Ende 2012 aufhören sollte."