Riga (dpa) - Nach der klaren Ablehnung von Russisch als zweite Amtssprache in Lettland wollen beide Seiten trotz weiter angespannter Atmosphäre aufeinander zugehen.

Die Ostseerepublik benötige dringend einen «respektvollen Dialog zur Überwindung der Missverständnisse», sagte Präsident Andris Berzins am Sonntag. Er dankte allen, die in dem umstrittenen Referendum am Vortag für Lettisch als einzige Amtssprache gestimmt hatten. Zuvor hatte Referendum-Organisator Wladimir Linderman die zu erwartende Niederlage anerkannt. Ziel sei gewesen, einen Dialog zu starten, sagte er. Dies sei gelungen.

Nach Angaben der Wahlkommission hatten sich in dem EU- und Nato-Land etwa 74,8 Prozent der 1,5 Millionen Stimmberechtigten gegen das Vorhaben der Bürgerbewegung ausgesprochen, Russisch als zweite Amtssprache einzuführen. Rund 24,88 votierten dafür, hieß es in der Hauptstadt Riga. Etwa 70,73 Prozent gaben ihre Stimme ab, das ist eine der höchsten Wahlbeteiligungen in der baltischen Ex-Sowjetrepublik seit der Unabhängigkeit von Moskau 1991.

In Russland rief der Außenpolitiker Konstantin Kossatschow die russische Minderheit in Lettland auf, weiter um ihre Rechte zu kämpfen. «Die Ergebnisse des Referendums sind ein ernstes Signal für die lettischen Behörden, das Problem zu lösen», sagte der Vize-Chef des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma in Moskau.

Wahlkommission