Madrid (dpa) - Real Madrid spielt seine Gegner reihenweise an die Wand und strebt unaufhaltsam der spanischen Fußballmeisterschaft entgegen. Beim 5:0-Sieg über Espanyol Barcelona feierten die «Königlichen» ein Torefestival, ohne dass sie sich besonders anstrengen mussten.

«Ein Schützenfest im Smoking und mit korrekt sitzender Fliege», beschrieb die Zeitung «El País» den Triumph der Madrilenen. Real wahrte mit dem zehnten Sieg in Serie seinen Zehn-Punkte-Vorsprung vor dem FC Barcelona, der am Vorabend 3:1 gegen Sporting Gijón gewonnen hatte und im Streit mit den spanischen Schiedsrichtern liegt.

Die Madrilenen befinden sich derweil nicht nur auf Titel-, sondern auch auf Rekordkurs. Mit 85 Treffern in bisher 25 Spielen kommen sie auf eine Quote von 3,4 Toren pro Partie. Wenn Cristiano Ronaldo & Co. diesen Schnitt in den ausstehenden 13 Spielen halten, stünden zum Saisonschluss 129 Tore zu Buche - 22 mehr als der bisherige Liga-Rekord von 107, den Real 1989/90 aufgestellt hatte.

Gegen Espanyol, das sich am Sonntagabend früh geschlagen gab und kaum Gegenwehr leistete, schoss Ronaldo die Madrilenen nach 23 Minuten mit seinem 30. Saisontor in Führung. Der frühere Stuttgarter Sami Khedira (38. Minute) erhöhte nach einer glanzvollen Kombination mit dem Portugiesen und mit Mesut Özil auf 2:0. Nach der Pause waren Gonzalo Higuaín (47./77.) und Kaká (66.) erfolgreich. Der Ex-Dortmunder Nuri Sahin musste die Partie von der Tribüne aus verfolgen. Der Türke war von Trainer José Mourinho nicht einmal für die Ersatzbank nominiert worden.

Beim FC Barcelona spitzt sich derweil der Streit mit den Unparteiischen so sehr zu, dass die Fans der Katalanen kaum an das Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen Bayer Leverkusen denken können. Der Chef des Schiedsrichterausschusses, Victoriano Sánchez Arminio, kündigte an, dass er beim Verband eine zusätzliche Strafe für den Barça-Verteidiger Gerard Piqué verlangen werde.

Der Weltmeister war wegen einer angeblichen «Notbremse» vom Platz gestellt worden und hatte den Schiedsrichter beschuldigt, vorsätzlich gehandelt zu haben. Der Referee habe sich dafür revanchieren wollen, dass er ihn zuvor kritisiert habe, sagte Piqué. Sánchez Arminio bezeichnete die Äußerung als «schwerwiegend».

Die katalanische Presse beklagt sich seit mehreren Wochen darüber, dass die Unparteiischen den Meister und Champions-League-Sieger in dieser Saison systematisch benachteiligten. «Zuerst verweigern sie Barça zehn Elfmeter (seit Saisonbeginn), nun haben sie es auch noch auf Piqué abgesehen», titelte das Sportblatt «El Mundo Deportivo». Das Fachblatt «Sport» forderte: «Barça muss beim Verband mit der Faust auf den Tisch hauen.»