Leverkusen (dpa) - Der Bundesliga-Fünfte Bayer Leverkusen kann nach der 1:2 (0:1)-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach die unmittelbare Rückkehr in die Champions League so gut wie abschreiben.

Den Gladbachern gelang vor 30 210 Zuschauer in der ausverkauften BayArena durch die Tore von Marco Reus (7. Minute) und Igor de Camargo (88.) - das 1:1 erzielte Stefan Kießling (75.) - der 200. Auswärtssieg in ihrer Erstliga-Geschichte. Für die Borussia ging zugleich eine Durststrecke von drei sieglosen Fußball-Pflichtspielen zu Ende. Wenn Bayer 04 in einer Woche beim FC Schalke 04 nicht in die Erfolgsspur zurückkehrt, droht sogar der Verlust eines Europa-League-Platzes.

Nach dem desaströsen Aus in der Champions League beim FC Barcelona (1:7) und der Niederlage beim VfL Wolfsburg (2:3) gingen die von Personalproblemen geplagten Leverkusener verunsichert in die Partie. Statt ein «Zeichen zu setzen» und das «wahre Gesicht» zu zeigen, wie Bayer-Sportdirektor Rudi Völler gefordert hatte, überließen die Platzherren den Gästen das Spiel. Dieses Zögern und Zaudern rächte sich schnell: In der 7. Minute lenkte 04-Innenverteidiger Daniel Schwaab einen Pass von Juan Arango direkt vor die Füße von Reus, der den Ball an Torwart Bernd Leno vorbeizirkelte.

Der Nationalspieler hatte danach zwei weitere Chancen (13./15.) zur Resultatsverbesserung, bevor Renato Augusto (16.) erstmals einen Schussversuch für die nun immer aktiver werdende Werkself wagte. Während die ohne Patrick Herrmann (verletzt) und Tony Jantschke (Gelb-Sperre) angetretenen Gladbacher bemüht waren, die Führung in die Halbzeitpause zu retten, fehlte der Bayer-Elf die richtige Durchschlagskraft in der Offensive gegen die beste Abwehr der Liga.

Spürbar war auch der Ausfall von Lars Bender (Muskelbündelriss) als Stabilitätsfaktor im Mittelfeld. Zudem spielte neben André Schürrle auch Simon Rolfes (Platzwunde) mit einer Schutzmaske. Der Kapitän wurde nach gut einer Stunde gegen Stürmer Eren Derdiyok ausgewechselt. Ein Glücksgriff: Der Schweizer leitete mit seinem Kopfball (75.), den Marc-André ter Stegen nicht festhalten konnte und Kießling mit einem Abstaubertor zum Ausgleich nutzte, das 1:1 ein. Borussia-Trainer Lucien Favre hatte mit seiner Einwechslung aber ebenso ein gutes Händchen: Dem in der 70. Minute gekommenen de Carmargo gelang das 2:1.

Im Duell der Torhüter der Zukunft zwischen Leno und ter Stegen war am Ende Leno nicht nur wegen des Patzers des Borussia-Keepers der Sieger, sondern auch wegen einer Reihe von Glanzparaden. In der 62. und 80. Minute vereitelte er mit tollen Reflexen zwei Chancen von Reus und zwischendurch eine von de Camargo. In der 88. Minute war er gegen ihn jedoch machtlos.