Kairo (dpa) - Bei einer neuen Serie verheerender Autobombenanschläge und Explosionen sind am Dienstag im Irak nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens 28 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 120 Menschen wurden den Angaben nach verletzt.

Die Anschläge ereigneten sich in Kirkuk und Mossul im Norden des Landes, in der Hauptstadt Bagdad sowie den weiter südlich gelegenen Städten Kerbela und Hilla. Sie kamen zum Jahrestag des Irak-Kriegs, der am 20. März 2003 mit der Bombardierung Bagdads durch die US-Armee begann.

Allein in Kirkuk rund 250 Kilometer nördlich von Bagdad detonierten nach Angaben aus Sicherheitskreisen drei Autobomben. Dort starben demnach zwölf Menschen. Mindestens 40 Menschen seien verletzt worden, als die Sprengsätze in der Nähe des Polizeihauptquartiers der Stadt explodierten.

Zuvor waren im Zentrum von Bagdad bei einem vermutlich von einem Selbstmordattentäter ausgeführten Anschlag mit einer Autobombe mindestens zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt worden, wie der Fernsehsender Al-Arabija berichtete.

In Kerbela rund 100 Kilometer südlich der Hauptstadt kamen neun Menschen bei zwei Explosionen um, weitere 40 seien verletzt worden. In der nahe gelegenen Stadt Hilla starben bei einem Autobombenanschlag zwei Menschen, 33 weitere seien verletzt worden.

In Mossul starben ein Soldat und ein Zivilist nach Angaben der dortigen Behörden, als ein Sprengkörper am Straßenrand explodierte. Ziel der Täter war den Angaben nach ein Militärkonvoi.

In der 170 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Provinzstadt Al-Kut gab es einen bewaffneten Angriff auf vier Menschen, die einen Schiitenschrein verließen. Dabei wurde ein Wachmann getötet, einer weiterer erlitt Verletzungen, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Sicherheitskreisen erfuhr.

Vom 27. bis zum 29. März ist im Irak erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder ein Gipfeltreffen der Arabischen Liga geplant. Die Regierung des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki hat nach lokalen Medienberichten rund 450 Millionen Dollar in die Vorbereitung des Treffens sowie Sicherheits- und Infrastrukturmaßnahmen investiert. Wegen der Umstürze in der arabischen Welt hatte die Liga ihre im Mai 2011 in Bagdad geplante Jahreskonferenz abgesagt.

Ende Dezember sind die letzten US-Truppen aus dem Irak abgezogen. In der Regierung brach kurz darauf ein offener Machtkampf zwischen Sunniten und Schiiten aus. Auslöser waren Versuche des Schiiten al-Maliki, sunnitische Politiker zu entmachten. Seitdem ist auch die Zahl der Anschläge wieder dramatisch gestiegen. Nach Angaben der Regierung kamen dabei seit Jahresbeginn mehr als 320 Menschen ums Leben.

Am Montag hatten Zehntausende Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr in der südirakischen Stadt Basra gegen Diskriminierung demonstriert. Die Proteste unter dem Motto «Tag der Unterstützung der unterdrückten Iraker» richteten sich auch gegen die Regierung von al-Maliki, dem sie vorwarfen, das Leben der armen Iraker nicht verbessert zu haben.

Knapp zwei Drittel der rund 30 Millionen Iraker sind schiitische Muslime, etwa ein Drittel sind Sunniten. Außerdem leben gut fünf Millionen Kurden in dem Land. Ex-Diktator Saddam Hussein war Sunnit und hatte Schiiten und Kurden viele Jahre unterdrückt.