Studie: Deutsche Chefs loben zu wenig - und schaden ihren Firmen

Berlin (dpa) - Lob, Anerkennung und offene Ohren für Mitarbeiter sind in deutschen Büros und Werkshallen noch immer selten. Vorgesetzte legten zu wenig Wert auf Mitarbeiterbindung und schadeten damit ihren Betrieben, kritisiert eine neue Gallup-Studie. Das Beratungsunternehmen folgert aus einer Umfrage, dass knapp jeder vierte Angestellte (23 Prozent) schon innerlich gekündigt hat. Diese Mitarbeiter fehlten häufiger, demotivierten andere und verursachten damit einen volkswirtschaftlichen Schaden von bis zu 124 Milliarden Euro im Jahr. Nur etwa jeder Siebte (14 Prozent) ist nach der Studie Feuer und Flamme für seinen Betrieb. Die Mehrheit (63 Prozent) mache im Großen und Ganzen Dienst nach Vorschrift.

EU-Kommission sieht Klage der Deutschen Börse gelassen =

Brüssel/Frankfurt (dpa) - Die EU-Kommission sieht der geplanten Klage der Deutschen Börse gegen das Veto zur Börsenfusion gelassen entgegen. «Es war die richtige Entscheidung», verteidigte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Dienstag in Brüssel das Nein zur Fusion zwischen Deutscher und New Yorker Börse. «Wir stehen voll zu unserer Entscheidung und werden diese vor dem Europäischen Gericht verteidigen.» Die Deutsche Börse hatte am Vorabend angekündigt, gegen das Brüsseler Nein zur Fusion mit der NYSE Euronext vor dem höchsten EU-Gericht in Luxemburg zu klagen.

Metro will Preise senken - Gewinneinbruch 2011

Düsseldorf (dpa) - Mit niedrigeren Preisen will der Handelsriese Metro in Krisenzeiten aggressiv um Kunden kämpfen. Der neue Vorstandschef Olaf Koch kündigte bei der Bilanzvorlage am Dienstag an, dass der Konzern mit Hilfe von Einsparungen ein attraktiveres Angebot schaffen wolle. Dazu gehörten nach dem Vorbild der Elektronikketten Media Markt und Saturn gezielte Preissenkungen. Außerdem wolle das Unternehmen das Sortiment verbessern sowie das Internetangebot und den Service ausbauen. 2011 hatte der größte deutsche Handelskonzern einen Gewinneinbruch verzeichnet. Der Gewinn schrumpfte um ein Fünftel auf 741 Millionen Euro.

Autozulieferer Schaeffler mit kräftigem Gewinnzuwachs

Herzogenaurach (dpa) - Der weltweite Autoboom hat dem hochverschuldeten Zulieferer Schaeffler im vergangenen Jahr neuen Auftrieb gegeben. Der Überschuss vervielfachte sich von 63 Millionen Euro auf 889 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Die Beteiligung am Autozulieferer Continental steuerte 324 Millionen Euro zum Ergebnis bei. Der Umsatz legte um 13 Prozent auf rund 10,7 Milliarden Euro zu und sprang damit erstmals über die Marke von zehn Milliarden Euro. Die Zahl Mitarbeiter stieg um rund 6500 auf rund 74 000. In Deutschland beschäftigte die Gruppe etwa 29 000 Menschen, 1500 mehr als 2010.

IATA: Schlechtere Aussichten für die Luftfahrtbranche

Genf (dpa) - Die weltweiten Aussichten für die Luftfahrtbranche sind noch trüber als bislang angenommen. Die Fluggesellschaften müssen nach Einschätzung ihres Branchenverbands IATA in diesem Jahr mit noch weniger Gewinn rechnen: Statt 3,5 Milliarden US-Dollar, wie noch im Dezember prognostiziert, dürfte die Branche 2012 nur noch 3,0 Milliarden Dollar (2,3 Mrd Euro) verdienen, sagte IATA-Chef Tony Tyler am Dienstag in Genf. Dies wäre fast zwei Drittel weniger als die 7,9 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2011. Zwar sei die Krise in der Eurozone gebremst, doch nun hätten die Fluglinien mit immens hohen Preisen für Kerosin zu kämpfen, sagte Tyler.

Müller-Brot bleibt stillgelegt - Wieder Kakerlaken entdeckt

Neufahrn (dpa) - Das Backverbot für Müller-Brot bleibt in Kraft. Das Landratsamt Freising teilte am Dienstag mit, der Schädlingsbefall in der Backfabrik habe nicht ganz beseitigt werden können. Trotz wochenlanger Umbauten und einer Generalreinigung hätten die Kontrolleure am Montag erneut «an einigen Stellen Mäusekot und tote Schaben» entdeckt. Wegen «erheblicher Zweifel an der Nachhaltigkeit der Maßnahmen» könne die Produktion nicht wieder freigegeben werden, sagte Landrat Michael Schwaiger. Die Großbäckerei in Neufahrn steht wegen massiver Hygienemängel seit sieben Wochen still und hat Insolvenz angemeldet.

Gewinnmitnahmen belasten den Dax deutlich

Frankfurt/Main (dpa) - Schlechte Nachrichten aus China und Gewinnmitnahmen haben den Dax am Dienstag belastet. Der Leitindex fiel um 1,38 Prozent auf 7056 Punkte. Nach zuletzt acht freundlichen Handelstagen war dem Dax bereits zu Wochenbeginn die Luft ausgegangen, und er hatte knapp im Minus geschlossen. Auf Jahressicht jedoch steht damit immer noch ein sattes Plus von fast 20 Prozent zu Buche. Der MDax sank zuletzt um 1,83 Prozent auf 10 517 Punkte und der TecDax büßte 1,51 Prozent ein auf 785 Punkte. Der Kurs des Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3198 (1,3150) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7577 (0,7605) Euro.