Marl (dpa) - Marl ist nicht Hollywood. Dennoch ist die Kleinstadt im Norden des Ruhrgebiets den Filmemachern und Schauspielern bekannt. Hier werden jedes Jahr die Grimme-Preise vergeben. Im Theater der Stadt erhielten am Freitag herausragende Fernsehmacher die renommierten Auszeichnungen.

Bekanntgegeben hatte das Grimme-Institut die Preisträger bereits zehn Tage zuvor.

Die öffentlich-rechtlichen Sender teilten die Beute fast gänzlich unter sich auf. Die Privatsender gingen mit einer Ausnahme leer aus. Durch die Preisverleihung führte erstmals ZDF-Sportmoderator Michael Steinbrecher, der sich als Journalistik-Professor an der TU Dortmund auch mit Qualität in den Medien auseinandersetzt.

Für die privaten TV-Sender gab es im Bereich «Unterhaltung» den einzigen Grimme-Preis: Der kleine Privatsender Tele 5 erzielte mit der Reihe «Walulis sieht fern» den Achtungserfolg. Dabei war die Satire eigentlich für einen Ausbildungskanal konzipiert worden. Im Dezember 2011 wurde die Show durch den Clip «Der typische Tatort in 123 Sekunden» im Internet bekannt.

Die Schauspielerin Hannelore Hoger bekam den Grimme-Sonderpreis. Sie habe das deutsche Fernsehen in ganz unterschiedlichen Rollen mit einer beeindruckenden Bandbreite an Figuren und Interpretationen bereichert, begründete der Deutsche Volkshochschul-Verband als Stifter der Grimme-Preise die «Besondere Ehrung» für Hoger.

Regisseur Dominik Graf erhielt seinen zehnten Grimme-Preis - in diesem Jahr für die Krimi-Trilogie «Dreileben» (ARD). Rosa von Praunheim bekam den Preis für den Dokumentarfilm über Strichjungen: «Die Jungs vom Bahnhof Zoo» (rbb/ARD).

Der Grimme-Preis ist weithin anerkannt als die renommierteste Auszeichnung für Qualitätsfernsehen in Deutschland. Er wird seit 1964 vergeben. Benannt ist er nach Adolf Grimme (1889-1963), der von 1948 bis 1956 Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks war, aus dem später NDR und WDR hervorgingen.

Grimme-Preise 2012