Jerez (SID) - Der ehemalige MotoGP-Weltmeister Jorge Lorenzo traut Motorrad-Pilot Stefan Bradl den ganz großen Wurf zu. "Deutschland hat jetzt einen Fahrer, der das Zeug dazu hat, in der Königsklasse den Titel zu holen. Definitiv", sagte der Spanier knapp zwei Wochen vor dem Saisonauftakt am 8. April in Katar bei Sport1.

"Wenn er noch dazu lernt, nicht zu oft ausfällt und so motiviert bleibt, kann er es schaffen", sagte der Spanier am Rande der letzten Testfahrten in Jerez. Der Yamaha-Pilot arbeitet wie der aufgestiegene Moto2-Weltmeister Bradl und die übrigen MotoGP-Fahrer bis Sonntag am Feinschliff.

Bradl hielt am Freitag allerdings nicht mit Lorenzo und Weltmeister Casey Stoner mit. Der Australier Stoner fuhr auf seiner Honda in 1:93,146 Minuten die schnellste Runde und war mehr als eineinhalb Sekunden schneller als Bradl. Der 22-Jährige kam bei seiner besten Runde auf eine 1:40,983 und wurde Zehnter.

"Der heutige Tag war durchaus in Ordnung. Dank der guten Wetterbedingungen war die Motorleistung stärker und ich war von der Performance des Motorrads beeindruckt. Zu Beginn des Tages hatten wir einige Schwierigkeiten mit der Elektronik", sagte Bradl. Platz zwei ging an den 24-jährigen Spanier Lorenzo, der mit seiner Zeit von 1:39,419 Minuten lange geführt hatte. Dritter wurde in Dani Pedrosa (Honda/1:39,579) ein weiterer Lokalmatador.

Vor seinem starken Auftritt zeigte sich Lorenzo vor allem vom Sprung beeindruckt, den Bradl vor seinem Wechsel zu LCR-Honda gemacht hat. "Stefan hat sich in den letzten zwei bis drei Jahren stark entwickelt. Davor war er nicht besonders konkurrenzfähig, wenn es darum ging, unter die ersten Fünf zu fahren. Und plötzlich hat er sich von einem Jahr auf das andere massiv gesteigert."

Alles hat Lorenzo im vergangenen Jahr aber nicht gefallen. "Letzte Saison war er in der Moto2 sehr konstant, aber am Ende ist er für den Titel ein bisschen sehr auf Sicherheit gefahren", kritisierte der Weltmeister von 2010. Bradl hatte im Saisonverlauf einen riesigen Vorsprung verspielt und den Weltmeistertitel erst auf den letzten Drücker perfekt gemacht.