Frankfurt (Oder) (dpa) - Mehrere hundert Demonstranten haben am Samstag in Frankfurt (Oder) gegen einen Aufmarsch von Neonazis protestiert. Mit einer Sitzblockade versperrten dabei rund 100 Teilnehmer die Zufahrt zum Hauptbahnhof.

Die Polizei schritt zunächst nicht ein. Studenten, Gewerkschaften, Kirchen, Parteien und die jüdische Gemeinde in Frankfurt (Oder) protestierten mit mehreren Kundgebungen gegen den Aufzug einer rechten Kameradschaft. Auch Landtagsabgeordnete und Mitglieder der Landesregierung demonstrierten dagegen.

«Frankfurt (Oder) ist für uns eine Brücke des friedlichen Europas», sagte Arbeitsminister Günter Baaske (SPD). Finanzminister Helmuth Markov (Die Linke) betonte: «Nationalismus hat bei uns nichts zu suchen.» Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos) sprach sich für einen friedlichen Protest ohne Blockaden aus. Die Stadt brauche keine Bilder, die zeigten, wie die Polizei Demonstranten wegtrage.

Rund 600 Menschen haben in Leipzig friedlich gegen Rechtsextremismus demonstriert. Der Protestzug sei seit dem frühen Nachmittag durch östliche Stadtteile gezogen, sagte ein Polizeisprecher. Der Protest richtet sich gegen einen Laden, der seit Dezember Kleidung der bei Neonazis beliebten Marke «Thor Steinar» verkauft. «Wir wollen, dass der Laden geschlossen wird», sagte Demo-Organisatorin Juliane Nagel, die für die Linke im Leipziger Stadtrat sitzt. «Im Leipziger Osten häufen sich auch rassistische Beleidigungen und Übergriffe in Kneipen.»

Für die kommenden Wochen haben Rechtsextreme weitere Aufmärsche unter anderem in Brandenburg/Havel, Cottbus und Neuruppin geplant.