Havanna (dpa) - Papst Benedikt XVI. hat bei einer Messe in Havanna volle Religionsfreiheit und die Anerkennung der katholischen Kirche in Kuba verlangt.

Erste Schritte seien von Kubas Führung schon getan worden, sagte Benedikt in seiner Predigt vor Hunderttausenden Gläubigen auf dem historischen Platz der Revolution. «Ich möchte die verantwortlichen Stellen der Nation ermutigen, das bereits Erreichte festzumachen und auf diesem Weg des echten Dienstes am Gemeinwohl der ganzen kubanischen Gesellschaft weiter voranzugehen.»

«Die Religionsfreiheit berechtigt auch dazu, dass die Gläubigen einen Beitrag zum Aufbau der Gesellschaft leisten», fügte der Papst an. Ihre Unterstützung stärke das Zusammenleben und die Hoffnung auf eine bessere Welt, schaffe günstige Voraussetzungen für Frieden und eine harmonische Entwicklung. Kuba und die Welt brauchten Veränderungen. Diese werde es aber nur geben, wenn jeder Einzelne über die Mittel verfüge, nach der Wahrheit zu fragen und auch brüderlich zu handeln.

In seiner ausgesprochen politischen Rede machte Benedikt auch deutlich, dass für die Suche nach Wahrheit echte Freiheit notwendig sei. Diese Suche dürfe auch nicht zum Fanatismus führen, mahnte er.

Unterdessen berichtete die Menschenrechtsorganisatin Amnesty International, Oppositionelle und Dissidenten seien von den Behörden an der Teilnahme an der Messe gehindert worden. Nach Angaben von Oppositionellen seien zahlreiche Regimekritiker in ihren Häusern festgesetzt worden.

An dem Gottesdienst in Havanna nahm auch Kubas Präsident Raúl Castro teil. Benedikt sollte vor dem Abflug am Abend noch den schwerkranken früheren Präsidenten Fidel Castro besuchen, hatte dieser in der Nacht zuvor mitgeteilt.

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