Erfurt (dpa) - Bei Betrugsermittlungen könnte laut Thüringens Justizminister Holger Poppenhäger (SPD) eine neue Masche zur Geldbeschaffung für die rechte Szene aufgedeckt worden sein. «In bisher unbekanntem Ausmaß wurden private und gesetzliche Versicherungen zu Unrecht zu Leistungen veranlasst», erklärte Poppenhäger.

Ob mit dem ausgezahlten Geld auch Strukturen der rechten Szene finanziert wurden, werde noch zu klären sein. «Ich könnte mir vorstellen, dass die Geschäftsideen nicht allein auf die Beschuldigten zurückgehen.» Es zeige sich, dass bis in die Gegenwart alte Beziehungen in der Szene gepflegt werden.

Am Mittwoch waren bei Ermittlungen zu gewerbsmäßigem Bandenbetrug gegen 13 Beschuldigte Privat- und Geschäftsräume in und um Rudolstadt sowie Leipzig durchsucht worden. Dabei geht es um den Verdacht auf Versicherungsbetrug mit einem Schaden von mehr als einer Million Euro. Zudem wurde bei einem einst führenden Thüringer Neonazi ein Waffendepot ausgehoben. Bei der Razzia wurden Dokumente und Computer sichergestellt.