Berlin (dpa) - Das Ticketverbot der Hamburger Polizei für Fans von Hansa Rostock beim Zweitligaspiel beim FC St. Pauli sorgt für starken Widerstand im deutschen Fußball. Der Hamburger Club kündigte eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht an.

Auch Ligapräsident Reinhard Rauball kritisierte, dass St. Pauli den Gäste-Anhängern nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hamburg am 22. April keine Eintrittskarten ausgeben darf. «Das Urteil stellt einen massiven Eingriff in die Selbstverwaltung des Ligaverbandes dar», sagte Rauball der «Bild»-Zeitung.

Das Gericht hatte einen Widerspruch von St. Pauli zurückgewiesen, nachdem die Hamburger Polizei dem Club untersagt hatte, Rostock 2500 Sitz- und Stehplatzkarten zur Verfügung zu stellen. «Insbesondere wegen der Folgen für weitere Spiele und den gesamten Profi-Fußball können wir die Entscheidung so nicht hinnehmen und werden weitere Rechtsmittel einlegen», sagte Vizepräsident Dr. Gernot Stenger. In der Vergangenheit war es bei Duellen zwischen diesen Clubs zu gewalttätigen Auseinandersetzungen der Fans gekommen.

Rauball betonte, es sei «schade, wenn der Fußball durch solche Einschnitte in seiner Autonomie eingeschränkt wird. Auf der anderen Seite ist ein Schulterschluss mit Politik, Polizei und Justiz angesichts der gravierenden Vorfälle in der letzten Zeit zwingend erforderlich.» Rostocks Vorstandsvorsitzender Bernd Hofmann zeigte sich «entrüstet», dass «pauschal 2500 Menschen in Generalverdacht genommen» würden. Hansa habe den Deutschen Fußball-Bund und die Deutsche Fußball Liga um Unterstützung bei der Vermittlung gebeten.

Bericht der Bild-Zeitung

Mitteilung von St. Pauli

Mitteilung von Hansa Rostock