Berlin (dpa) - Mit Rekordzahlen im Rücken stellt sich der Autobauer Daimler heute bei der Hauptversammlung in Berlin seinen Aktionären. Konzernchef Dieter Zetsche wird dabei seine Strategie verteidigen, mit der er bis 2020 an den Erzrivalen BMW und Audi wieder vorbeiziehen will.

Im vergangenen Jahr erzielten die Schwaben das beste Ergebnis ihrer 125-jährigen Unternehmensgeschichte. Der Überschuss legte um knapp 30 Prozent auf 6 Milliarden Euro zu, der Umsatz um 9 Prozent auf 106,5 Milliarden Euro. Die Dividende soll von 1,85 Euro je Aktie auf 2,20 Euro steigen.

Angesichts hoher Investitionen hat Daimler 2012 zu einem Übergangsjahr erklärt. Während Absatz und Umsatz weiter zulegen sollen, plant der Konzern bislang mit einem bei rund 9 Milliarden Euro stagnierenden Gewinn vor Zinsen und Steuern aus dem laufenden Geschäft. Daimler hinkt bei der Profitabilität seit langem seinen deutschen Premiumkonkurrenten hinterher. Das dürfte kritische Nachfrage der Aktionäre hervorrufen. Auch die wachsende Abhängigkeit vom noch boomenden chinesischen Markt dürfte angesichts dortiger Konjunktursorgen nicht allen gefallen.

Mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm will Daimler die Konkurrenten überholen. Vor allem in China und den USA baut der Konzern seine Produktionskapazitäten aus. In der vergangenen Woche eröffnete Daimler ein neues Werk in Ungarn. Vor allem mit neuen Modelle der Kompaktklasse wollen die Schwaben aufholen und gerade bei jungen Leute verlorenes Terrain zurückgewinnen. An der Börse kommen die Anstrengungen derzeit gut an. Die Daimler-Aktie legte in diesem Jahr bereits rund ein Drittel zu.