Frankfurt (dpa) - Die deutschen Standardaktien haben sich von den deutlichen Verlusten vom Freitag erholt und fester tendiert. Der Dax stieg zuletzt um 0,64 Prozent auf 6.625,82 Punkte, nachdem er am Morgen noch ein klares Minus verzeichnet hatte.

Ein Händler sagte: "Nach der zuletzt sehr schwachen Entwicklung auch im Vergleich zur Wall Street und anderen führenden Aktienbörsen versucht sich der Leitindex zu stabilisieren. Die Underperformance wird etwas abgebaut." Die Nervosität bleibe aber zunächst hoch. Der MDax kletterte um 0,62 Prozent auf 10.559,29 Punkte. Dagegen fiel der TecDax - belastet von schwachen Solarwerten - um 0,27 Prozent auf 775,15 Punkte.

Am Morgen hatten negative Vorgaben aus Asien sowie Sorgen um die Weltwirtschaft und Spaniens Budgetdefizit den Markt belastet. Die neue Woche werde ein klareres Bild darüber abgeben, in welche Richtung sich die Konjunktur in den kommenden Monaten bewegen dürfte, sagte Aktienhändler Markus Huber von ETX Capital.

Die Autowerte VW, Daimler und BMW führten die Gegenbewegung an und belegten mit Gewinnen von jeweils mehr als zwei Prozent die ersten drei Plätze im Dax. Grund dafür sei, dass einige Anleger die jüngsten Kursverluste angesichts der zuletzt sehr guten Absatzzahlen der Autobauer als nicht gerechtfertigt ansehen, fügte Huber hinzu. Die BASF-Titel profitierten von einem positiven Analystenkommentar und verteuerten sich um 1,82 Prozent.

Dagegen gehörten Lufthansa mit einem Minus von 0,94 Prozent zu den schwächsten Papieren im Dax. Im Gerichtsstreit um die Herabstufung von Flugmeilen im Bonusprogramm für Vielflieger (Miles & More) drohen der Airline laut Spiegel milliardenschwere Rückstellungen. Commerzbank-Aktien waren mit einem Kursverlust von mehr als zweieinhalb Prozent Dax-Schlusslicht. Wie ein Händler sagte, litten die Aktien besonders deutlich unter den Sorgen um eine kränkelnde Weltwirtschaft.

Im MDax gaben Fraport-Aktien um 1,20 Prozent nach. Der Flughafenbetreiber hatte zuvor mitgeteilt, im März nach dem Streik der Vorfeldmitarbeiter einen neuen Passagierrekord aufgestellt zu haben. Insgesamt zählte das Unternehmen an Deutschlands größtem Flughafen 4,5 Millionen Fluggäste - vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor und ein neuer Höchstwert für den Monat März. In der Fracht setzte sich der Abwärtstrend hingegen fort.