Rom (dpa) - Papst Benedikt XVI. hat heute in Rom seinen 85. Geburtstag gefeiert. Dazu waren zahlreiche Gratulanten vor allem aus seiner bayerischen Heimat, angeführt von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) samt Kabinett, im Vatikan zu Gast.

Benedikt eröffnete seinen Ehrentag mit einem Gottesdienst in der Paolina-Kapelle im Apostolischen Palast, gemeinsam mit den Bischöfen aus Bayern und dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch aus Freiburg. Auch Benedikts betagter Bruder Georg (88) war von Regensburg nach Rom gekommen.

Benedikt ist mit seinen 85 Jahren einer der ältesten Päpste in der Geschichte der katholischen Kirche. Er wurde am 16. April 1927 im oberbayerischen Marktl geboren und noch am selben Tag in der Pfarrkirche seines Heimatortes auf den Namen Joseph Aloisius Ratzinger getauft.

Ursprünglich wollte der Papst das Jubiläum als ganz normalen Arbeitstag gestalten, wie sein Privatsekretär Georg Gänswein wiederholt betont hatte. Doch allein die ebenso große wie hochrangige Delegation aus dem Freistaat erforderte drei Privataudienzen im Apostolischen Palast, Benedikts Residenz.

Der Münchner Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx würdigte den Papst als «großen Lehrer und Hirten der Kirche». «Wir danken dem Herrn dafür, dass er Sie uns als Nachfolger des heiligen Petrus geschenkt hat», sagte Marx beim Besuch der bayerischen Bischöfe in Rom. «Wir wünschen Ihnen nicht nur Gesundheit und langes Leben, sondern vor allem geistliche Gelassenheit, die der Ausdruck wahrer Freiheit ist.»

Auch der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm würdigte das Wirken des Papstes. «Es ist gut, dass Ihre Stimme auch in weltweiter Politik und Zivilgesellschaft gehört wird, wenn Sie eindringlich für die Überwindung der Gewalt oder für weltweite soziale Gerechtigkeit eintreten», sagte er. Dies gelte «jenseits aller nach wie vor bestehenden Differenzen» im Verständnis des Papstamtes, so der Bischof in einem Schreiben, das er dem Papst persönlich übergab.

Angesichts vieler eindrucksvoller ökumenischer Gottesdienste, die er in den ersten Monaten seiner Amtszeit als Bischof bereits erlebt habe, blicke er mit Zuversicht in die Zukunft, sagte Bedford-Strohm. «Ein beharrliches Festhalten an den konfessionellen Trennungen würde unser Zeugnis verdunkeln.»

Bayerns Ministerpräsident Seehofer war mit seinem fast kompletten Kabinett und einer über 150-köpfigen Delegation nach Rom gereist, darunter Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Münchens, Charlotte Knobloch.

Unter die zahlreichen Gratulanten zum Geburtstag reihte sich auch die italienische Bischofskonferenz ein. Sie wünschte ihm in einem Telegramm ein langes Pontifikat auf dem Stuhl Petri und würdigte seine Lehre und «unermüdliche» Führung der katholischen Weltkirche.

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