Straßburg (dpa) - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Russland wegen «menschenunwürdiger Behandlung» von Angehörigen des Massakers von Katyn 1940 verurteilt. Die russische Justiz habe die Anträge der Angehörigen auf Information über die Todesumstände und auf Rehabilitierung ihrer Familienmitglieder schroff abgewiesen. Die sowjetische Geheimpolizei hatte 1940 in Katyn bei Smolensk etwa 22 000 Polen erschossen. Das Verbrechen hatte die polnisch-russischen Beziehungen jahrzehntelang belastet. Gegen das EGMR-Urteil kann noch Berufung beantragt werden.