Berlin (dpa) - Das Betreuungsgeld sorgt weiter für Streit in der Koalition. Die CSU lehnt den Vorstoß von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) strikt ab, die Auszahlung davon abhängig zu machen, dass Eltern mit ihren Kindern Pflichtuntersuchungen beim Kinderarzt wahrnehmen.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte der «Berliner Zeitung» (Montag), es gebe keinen Zusammenhang zwischen Betreuungsgeld und frühkindlichen Vorsorge-Untersuchungen. Er rief CDU und FDP auf, der Einführung der Leistung zuzustimmen. «Wir weichen von den bisherigen Vereinbarungen kein Jota ab. Wer dies tut, muss wissen, dass er damit eine Reihe anderer Koalitionsbeschlüsse infrage stellt.»

Die Vize-Generalsekretärin der CSU, Dorothee Bär, sagte der «Passauer Neuen Presse» (Montag): «Wir sollten die Auszahlung des Betreuungsgeldes nicht an Extra-Bedingungen knüpfen.» Allerdings sollten alle Vorsorge-Untersuchungen für alle Kinder verpflichtend sein. Das Betreuungsgeld sollen jene Eltern erhalten, die ihre Kleinkinder nicht in Kitas geben, sondern selbst betreuen.

Bär sieht keine Kompromissmöglichkeiten. «Das Betreuungsgeld muss so eingeführt werden, wie es der Koalitionsausschuss beschlossen hat: Ab 2013 zum Start mit 100 Euro pro Monat für zweijährige Kinder, ab 2014 150 Euro für zwei- und dreijährige Kinder. Es muss bar ausgezahlt werden, nicht in Form von Gutscheinen.» Die CSU-Politikerin setzt auf die Durchsetzungskraft ihrer Partei und von Regierungschefin Angela Merkel (CDU). «Die Kanzlerin will das Betreuungsgeld unbedingt. Ich vertraue ihr.» Der Widerstand der wenigen CDU-Abgeordneten, die Nein sagen wollten, bröckele bereits.