Hennigsdorf/Neuruppin (dpa) - Stundenlange Hochspannung in Hennigsdorf in Brandenburg: Ein Mann droht in einem Haus mit einer Bombenexplosion. Die Polizei verhandelt. Wenig später wird der mutmaßliche Täter tot entdeckt.

Die Ermittler entdeckten eine Bombe in dem mehrstöckigen Haus, in dem mehrere Firmen untergebracht sind, nicht. Die Hintergründe für die Drohung und die Todesumstände waren bislang noch unklar.

Die Polizei zog einen 500 Meter großen Sperrkreis um das Gebäude. Es liegt in einem Gewerbegebiet des Hennigsdorfer Stadtteils Stolpe-Süd, am Nordwestrand Berlins. Am Abend stürmten Spezialkräfte der Polizei dann über die obere Etage in das Haus. Darin fanden sie den Toten.

Es handle sich mit großer Wahrscheinlichkeit um den Mann, der zuvor damit gedroht hatte, das Firmengebäude in die Luft zu sprengen, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Nord, Toralf Reinhardt. Die Todesumstände waren zunächst aber noch unklar wie auch die genaue Identität des Toten. Dieser sei äußerlich unverletzt, hieß es. Ein Ausweis, der sich bei ihm fand, gehöre ihm nicht unbedingt.

Dem Sprecher zufolge ging der Mann um etwa 13.15 Uhr in das Haus, zu dem er keine besondere Beziehung hatte. Dann stellte er an die dort Beschäftigten Forderungen, allerdings nicht nach Geld. Das Motiv sei noch unbekannt. Nachdem die Polizei alarmiert worden war, habe der mutmaßliche Täter damit gedroht, das Gebäude zu sprengen.

Ein nahe gelegenes Asylbewerberheim und der Ortsteil Stolpe-Süd wurden während des Tages teilweise evakuiert.