Ehingen (dpa) - Hunderte frühere Schlecker-Beschäftigte haben wenige Tage vor Fristablauf Kündigungsklagen gegen die insolvente Drogeriekette eingereicht. Einem ersten Trend zufolge gingen bundesweit rund 450 Klagen bei Arbeitsgerichten ein, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.

Besonders hoch war die Zahl der Klagen bislang in Berlin, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Die Gerichte rechnen mit weitaus mehr Klagen, da die dreiwöchige Frist zur Einreichung der Klage am Freitag ausläuft. In manchen Orten sammeln zudem die Gewerkschaften die Klagen, um sie gebündelt an die Gerichte zu übergeben.

Ende März war im Zuge der Schlecker-Pleite mehr als 10 000 Beschäftigten gekündigt worden, nach dem eine Auffanggesellschaft für diese gescheitert war. Der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz befürchtet für die Schlecker-Rettung, dass Klagen potenzielle Investoren abschrecken könnten. Die Gewerkschaft Verdi hatte angekündigt, die entlassenen Mitarbeiter nicht zu rechtlichen Schritten ermuntern zu wollen. Nach Angaben der Bundesarbeitsagentur haben die entlassenen Beschäftigten gute Chancen, schnell wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.