Frankfurt/Main (dpa) - Im Sog guter Unternehmenszahlen hat der Dax am Freitag den Spanien-Schock verdaut und wieder die Marke von 6800 Punkten übersprungen.

Noch am Morgen waren die Märkte belastet durch die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) mit deutlichen Abschlägen gestartet, drehten dann aber ins Plus. Der Dax stand am Nachmittag mit 1,19 Prozent im Plus bei 6820 Punkten. Der MDax verbuchte dank guter Continental-Ergebnisse einen Zuwachs von 1,26 Prozent auf 10 896 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,50 Prozent auf 791 Punkte aufwärts.

Chefhändler Oliver Roth von CB Seydler kommentierte das anhaltende Plus des Marktes: «Obwohl sich die US-Wirtschaft im ersten Quartal etwas schwächer als erwartet entwickelt hat, wird die Konjunkturhoffnung durch gute Unternehmensergebnisse gespeist.» Die Konjunktur in den USA hatte sich im Startquartal 2012 stärker abgeschwächt als erwartet.

Daimler gehörten trotz überraschend guter Quartalsergebnisse mit einem Abschlag von 1,97 Prozent auf 41,82 Euro zu den größten Verlierern. In den vergangenen Tagen hatten die Anteilsscheine aber bereits an Wert hinzugewonnen. Auch BASF verbilligten sich nach einem schwächeren Jahresauftakt um mehr als ein Prozent. Papiere der Deutschen Börse zogen mit einem Kursplus von zeitweilig über fünf Prozent an die Dax-Spitze. Der Marktbetreiber stellte seinen Aktionären eine Anhebung der Ausschüttungen in Aussicht.

Den ersten Platz im MDax belegten die Papiere von Wacker Chemie, die sich um fast neun Prozent verteuerten. Anteilsscheine von Continental zogen nach sehr guten Zahlen auf ihr Rekordniveau vom Juli 2011 an. Rheinmetall standen hingegen mit einem Minus von rund zwei Prozent am Index-Ende.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,36 (Vortag: 1,39) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,19 Prozent auf 132,77 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,06 Prozent auf 140,73 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3229 (Donnerstag: 1,3215) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7559 (0,7567) Euro.