München (SID) - Im Zuge der Diskussion um die Behandlung der im EM-Gastgeberland Ukraine inhaftierten ehemaligen Premierministerin Julia Timoschenko fordert Sportausschuss-Mitglied Frank Steffel die Fußball-Nationalmannschaft auf, bei der Europameisterschaft (8. Juni bis 1. Juli) klar Stellung zu beziehen. "Die deutsche Nationalmannschaft und die deutschen Fans sollten die Farbe Orange sichtbar an ihrer Kleidung tragen, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen", sagte Steffel in einer Pressemitteilung des Bundestages.

Timoschenko hatte durch die "orangefarbene Revolution" 2004 den heutigen Präsidenten Wiktor Janukowitsch des Wahlbetrugs überführt und aus dem Präsidentenamt verjagt. Derzeit verbüßt die 51-Jährige nach ihrer Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs im Oktober 2011 in einer Strafkolonie in Charkow eine siebenjährige Haftstrafe. Freitag vergangener Woche war Timoschenko in einen Hungerstreik getreten, um gegen die üblen Haftbedingungen zu protestieren. Der Fall Timoschenko schlägt weltweit hohe Wellen, vor allem die Bundesregierung hatte sich zuletzt äußerst kritisch zu Wort gemeldet. Bundespräsident Joachim Gauck hatte eine Reise nach Jalta aus Protest abgesagt.

"Das Vorgehen mit der ehemaligen Regierungschefin Timoschenko ist ein juristischer, politischer und vor allem humanitärer Skandal. Es ist unvorstellbar, dass Timoschenko durch Hungerstreik oder schlechte medizinische Versorgung in einem ukrainischem Krankenhaus zu Tode kommt und wenige Kilometer entfernt ein Fußballfest stattfindet", sagte Steffel.