München (SID) - Jörg Butt erhält sein "Abschiedsspiel" bei Bayern München. Der 37 Jahre alte Ersatztorwart des deutschen Fußball-Rekordmeisters wird am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) gegen den VfB Stuttgart sein 387. und voraussichtliches letztes Bundesligaspiel bestreiten.

"Jörg wird von Anfang an spielen. Er hat sich immer überragend und sehr professionell verhalten. Er hat sich das nach 16 Profi-Jahren verdient. Er hat viel erreicht in seiner Karriere, das ist großartig", sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes am Freitag. Butt, der künftig Nachwuchs-Koordinator bei den Münchnern wird, spielt im Süd-Derby für Nationaltorwart Manuel Neuer.

"Ich freue mich einfach auf das Spiel. Nach dem Erreichen des Champions-League-Finals ist die Stadt elektrisiert. Es wird auch am Samstag eine Riesenstimmung sein. Ich werde das Spiel genießen", sagte Butt, der seinem letzten Auftritt in der Liga aber gelassen entgegen sieht: "Ich will das Spiel gewinnen. Ich bin ja nicht bekannt für Gefühlsausbrüche. Das wird vielleicht kommen, wenn wir am 19. Mai den Champions-League-Pokal in den Himmel strecken."

Dem DFB-Pokal-Finale am 12. Mai in Berlin gegen Borussia Dortmund und dem "Finale dahoam" am 19. Mai gegen den FC Chelsea fiebert Butt ohnehin noch entgegen: "Der Champions-League-Sieg wäre ein krönender Abschluss, viel besser kann es nicht laufen. Wir haben auch sehr gute Chancen." 2002 hatte Butt mit Bayer Leverkusen das Finale der Königsklasse verloren (1:2 gegen Real Madrid), 2010 mit den Bayern gegen Inter Mailand (0:2). Wer künftig bei den Bayern die Nummer zwei sein wird, ist offen.

Der ehemalige Nationalkeeper (vier Länderspiele) Butt, der an zwei Weltmeisterschaften teilnahm (2002 und 2010), war 2008 erst mit 34 Jahren ("Vorher stand mir immer Olli Kahn im Weg") von Benfica Lissabon zu den Bayern gekommen und zwei Jahre die Nummer eins in München. In seinen bisherigen 386 Bundesliga-Spielen für Hamburg, Leverkusen und die Bayern erzielte er als sicherer Elfmeterschütze 26 (!) Tore.

Das Double mit den Bayern 2010 hob er im Rückblick auf seine Karriere, die 1996 in der 2. Liga beim VfB Oldenburg begonnen hatte, besonders heraus. Er habe aber auch beim HSV und in Leverkusen "eine tolle Zeit" erlebt.