Köln (SID) - Spektakuläre Wende in der Erfurter Dopingaffäre um den Mediziner Andreas Franke: Für die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA und die Anti-Doping-Weltagentur WADA stellt die umstrittene Blutbestrahlung von Franke am Olympiastützpunkt in Erfurt doch erst im Falle von Behandlungen, die nach dem 1. Januar 2011 durchgeführt wurden, einen definitiven Verstoß gegen die Anti-Doping-Richtlinien dar. Das gab die NADA am Freitag bekannt.

"Die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) hat von der Welt Anti-Doping-Agentur (WADA) die Mitteilung erhalten, dass eine UV-Behandlung von Blut erst seit dem 1. Januar 2011 von den WADA-Regularien erfasst wird. Aus dem WADA-Schreiben vom 26. April 2012 geht hervor, dass die Methode erst durch einen damals neu aufgenommenen Paragrafen (M2.3) als verboten einzustufen ist", hieß es in einer NADA-Pressemitteilung.

Wie viele von den ursprünglich 30 betroffenen Athleten ausschließlich vor diesem Datum bei Franke in Behandlung waren und damit keine Konsequenzen mehr fürchten müssen, ist unklar. Die NADA machte dazu keine Angaben. Aus dem Schneider könnten damit auch die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein und 800-m-Olympiasieger Nils Schumann sein, die nach Informationen der ARD ebenfalls zu den Kunden Frankes gehörten.

"Zu ihrer finalen Einschätzung kam die WADA, indem sie eine Vielzahl von Dokumenten und Informationen auswertete sowie externe Expertise zur Beurteilung der UVB-Methode einbezog. Zu Rate gezogen wurden alle Gremien der WADA. Für die NADA ist diese Aussage der WADA richtungsweisend", schrieb die NADA weiter.