Frankfurt/Main (dpa) - Anders als tags zuvor hat der Dax seine Kursgewinne am Donnerstag bis zum Mittag gehalten. Gestützt durch gute Quartalsergebnisse - alleine im Leitindex gilt es für die Anleger die Ergebnisse von zehn Unternehmen zu bewerten - legte das Kursbarometer um 1,13 Prozent zu auf 6.786,55 Punkte.

Zur Wochenmitte hatte der Dax den zwischenzeitlich Höchststand seit einem Monat nicht verteidigen können. Der MDax stieg am Donnerstagmittag um 0,26 Prozent auf 10.856,93 Punkte und der TecDax legte um 0,55 Prozent auf 799,71 Punkte zu.

Markus Huber, Händler von ETX Capital, sieht insgesamt gute Unternehmensergebnisse als Stütze für den Markt. "Noch wichtiger ist aber, dass die Jahresziele nicht gesenkt wurden", so der Experte - trotz jüngster Anzeichen auf eine noch stärker nachlassende Wachstumsdynamik in Europa als zunächst gedacht. Auch die europäische Schuldenkrise lieferte keinen neuen Zündstoff. Frankreich konnte sich bei einer Anleiheauktion am Kapitalmarkt etwas günstiger refinanzieren als zuletzt. Spanien sammelte derweil zwar zu deutlich erhöhten Konditionen frisches Geld ein, die Nachfrage übertraf jedoch das Maximalziel. Auf der Agenda stehen zudem der Zinsentscheid der EZB sowie einige US-Daten.

Gefragt waren im Dax vor allem die Aktien von BMW, die sich um 3,74 Prozent verbesserten. Der Autobauer blieb auch im ersten Quartal auf Erfolgskurs. Mit einer deutlichen Steigerung des operativen Gewinns übertraf das Unternehmen wie in der vergangenen Woche bereits die Konkurrenten Volkswagen <VOW3.ETR> und Daimler <DAI.ETR> die Erwartungen der Experten.

Fresenius gehörten mit plus 1,65 Prozent ebenfalls zur Spitzengruppe des Leitindex. Der Medizinkonzern hat seinen mit der Milliardenofferte für den Konkurrenten Rhön-Klinikum erhöhten Ausblick nach einem Gewinnanstieg im ersten Quartal erneut bekräftigt.

Ein unerwartet hoher Quartalsverlust drückte die Aktien von HeidelbergerCement um 3,66 Prozent an das Dax-Ende. Verantwortlich waren kräftig gestiegene Energiekosten und ein kalter Jahresstart in Europa.

Infineon-Papiere gehörten nach den Zahlen des Halbleiterherstellers nur anfangs zur Spitzengruppe. Der Konzern hat die Talsohle zwar schneller durchschritten als erwartet und hob nach einem ordentlichen zweiten Quartal seine Umsatz- und Gewinnprognose für das gesamte Geschäftsjahr leicht an. Ein Börsianer verwies allerdings auf einen Kommentar von Morgan Stanley, wonach die Ziele damit lediglich im Rahmen der Markterwartungen lägen. Die Aktie drehte auf minus 2,93 Prozent ab.

Im MDax fielen dagegen die Aktien von Hannover Rück mit plus 3,72 Prozent positiv auf. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer ist dank ausgebliebener Naturkatastrophen und lukrativer Finanzgeschäfte mit einem überraschend kräftigen Gewinnsprung ins Jahr gestartet. Ein Jahr nach dem Tsunami in Japan und dem schweren Erdbeben in Neuseeland verfünffachte sich der Überschuss und übertraf auch dank gestiegener Gewinne aus Kapitalanlagen die Erwartungen der Analysten deutlich. Ein Jahr zuvor war das Unternehmen nur dank einer Steuerrückzahlung in den schwarzen Zahlen geblieben.