Frankfurt (dpa) - Eine schwache Anleiheauktion in Spanien hat den ohnehin schwach gestarteten Dax am Montag noch tiefer ins Minus gedrückt. Für anhaltende Verunsicherung sorgt die wohl erfolglose Regierungsbildung in Griechenland.

Bis zum Mittag ging es für den deutschen Leitindex um 2,03 Prozent auf 6.446,44 Punkte nach unten. In der Vorwoche hatte sich das Kursbarometer nach zeitweisem Rutsch auf den tiefsten Stand seit Ende Januar letztlich noch ein kleines Plus erkämpft. Der MDax verlor am Montag 1,65 Prozent auf 10.381,20 Punkte und der TecDax sank um 1,42 Prozent auf 771,90 Punkte.

Spanien konnte sich am Vormittag nur zu ungünstigeren Bedingungen am Geldmarkt refinanzieren. Die Rendite lag bei 2,985 Prozent im Vergleich zu 2,623 Prozent Mitte April. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen der Iberer sowie die Prämien für Kreditausfallversicherungen (CDS) kletterten auf neue Rekordstände.

Entsprechend schwach zeigte sich der Euro mit Kursen unter 1,29 US-Dollar - erstmals seit Ende Januar. Verantwortlich ist hierfür auch, dass Neuwahlen in Griechenland immer wahrscheinlicher werden. Staatspräsident Karolos Papoulias will am Montagabend zwar noch einmal versuchen, die wichtigsten Parteien des Landes auf eine gemeinsame Regierung einzuschwören.

Die Hoffnung auf ein Gelingen ist allerdings gering. Für Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte der Commerzbank, stellt sich in erster Linie die Frage, ob Europa möglicherweise die Sparauflagen für die Griechen lockern wird. Er rechnet diesbezüglich aber mit einer harten Haltung ("pacta sunt servanda"), womit die Angst vor einem "Grexit", also dem Austritt Griechenlands aus der Währungsunion anhalten dürfte.

Entsprechend schwach präsentierte sich europaweit der Bankensektor - in Deutschland angeführt von der Deutschen Bank mit minus 3,53 Prozent. Auch Infineon fielen mit einem Abschlag von 3,12 Prozent auf. Konzernchef Peter Bauer wird zum Ende des laufenden Geschäftsjahres aus gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand ausscheiden, wie der Halbleiterhersteller am Sonntag mitteilte.

Nachfolger soll Reinhard Ploss werden, der bisher im Vorstand für Produktion, Entwicklung und Technik sowie Personal zuständig ist. Ein Börsianer wertet die Nachricht negativ für die Aktien, denn Bauer genieße einen guten Ruf im Markt und habe Infineon durch schwierige Zeiten geführt.

ThyssenKrupp rutschten nach einer Citigroup-Studie um 2,68 Prozent ab. Die Experten hatten ihre Kaufempfehlung für die Stahltitel gestrichen. Dax-Schlusslicht waren die charttechnisch angeschlagenen Papiere von HeidelbergCement mit minus 5,02 Prozent. Sie wurden auf das Niveau von Mitte Februar heruntergereicht.

Besser erging es im MDax mit plus 1,46 Prozent Aurubis nach Zahlen. Der führende europäische Kupferkonzern hat auch im zweiten Quartal das hohe Wachstumstempo zum Jahresstart gehalten und die durchschnittlichen Erwartungen der von dpa-AFX befragte Analysten übertroffen.

Die Prognose für das Gesamtjahr hat Aurubis konkretisiert. Celesio hielten sich nach endgültigen Quartalsergebnissen im Rahmen bereits veröffentlichten Eckdaten mit minus 0,79 Propzent ebenfalls besser als der Markt. Papiere des Telefonherstellers Gigaset kletterten im TecDax nach der Bekräftigung der Jahresziele um 4,11 Prozent. Im ersten Quartal war wegen höherer Kosten, Investitionen in neue Produkte und einem gesunkenem Umsatz verdient weniger verdient worden.

Für Praktiker ging es im SDax um 5,62 Prozent nach oben. Die kriselnde Baumarktkette hat einen neuen Investor gefunden und baut das Geschäft noch stärker um als bislang geplant. So sollen zum Beispiel mehr Praktiker-Märkte in Filialen der Kette Max Bahr verwandelt werden, wie das Unternehmen am Sonntagabend mitteilte.