New York/Kronach (dpa) - Der Fernsehgeräte-Spezialist Loewe hat zwar Berichte über ein angebliches Kaufangebot von Apple zurückgewiesen - die Aktie machte am Montag aber trotzdem einen Sprung. Im frühen Handel schoss der Kurs zeitweise um knapp ein Viertel auf 5,67 Euro hoch.

Der Börsenwert erreichte damit allerdings noch nicht die Höhe der Verkaufsspekulationen mit einem Preis von 87,3 Millionen Euro. Zum Handelsschluss am Freitag war Loewe gut 59 Millionen Euro wert gewesen.

Das Blog «AppleInsider» hatte am Wochenende unter Berufung auf einen nicht näher benannten Informanten geschrieben, Apple habe eine Offerte gemacht und Loewe wolle eine Entscheidung bis Freitag treffen. An den Angaben sei «überhaupt nichts dran», erklärte ein Loewe-Sprecher der dpa am Sonntag.

Der Bericht warf von Anfang an viele Fragen auf. Apple ist nicht bekannt dafür, die Produkte übernommener Unternehmen fortzuführen, sondern integriert sie eher in die eigenen Strukturen.

So kaufte das Unternehmen in den vergangenen Jahren etwa eine kleine Firma, die die Grundlage für das Multimedia-Programm iTunes mitbrachte, oder Spezialisten für Kartendienste. Die Übernahme von Loewe mit 1000 Mitarbeitern und einer eigenen Produktion in Europa passt weniger in das bisherige Bild - Apple setzt seit Jahren konsequent auf Auftragsfertiger. Auch nach allem, was man über Design-Guru Jonathan Ive weiß, würde er in seinem Bereich kaum die Kontrolle teilen oder eine fremde Vision übernehmen.

Bericht von «AppleInsider»