Berlin (dpa) - Linke-Parteichef Klaus Ernst hat sich dafür ausgesprochen, dass Oskar Lafontaine ihn an der Parteispitze ablöst. Ernst sagte am Montag in Berlin, er sei «selbstverständlich» für eine Kandidatur des saarländischen Fraktionschefs beim Parteitag Anfang Juni in Göttingen.

Zuvor hatte der 69-jährige Lafontaine seine grundsätzliche Bereitschaft zur Rückkehr an die Parteispitze erklärt. Er will aber den Verlauf einer gemeinsamen Sitzung von geschäftsführendem Bundesvorstand und Landeschefs an diesem Dienstag abwarten.

Ernst machte deutlich, dass Lafontaine nur kandidieren wird, wenn sich in dieser Sitzung eine Mehrheit für den Saarländer abzeichnet. Einziger Kandidat für den Parteivorsitz ist bisher der stellvertretende Fraktionschef Dietmar Bartsch. Eine Kandidatur von Ernst kommt jetzt nur noch für den Fall in Frage, dass Lafontaine verzichtet. In einigen ostdeutschen Landesverbänden der Linkspartei gibt es starke Vorbehalte gegen Lafontaine.