Frankfurt/Main (dpa) - Die «Blockupy»-Aktivisten haben ihre Proteste gegen Banken und die europäische Sparpolitik trotz eines gerichtlichen Verbots in der Finanzmetropole Frankfurt fortgesetzt.

Die Polizei rückte am Freitag mit Wasserwerfern vor der Europäischen Zentralbank (EZB) an, wo Demonstranten nahe der Sperrzone protestierten.

Dem «Blockupy»-Bündnis gehören Organisationen aus dem linken Spektrum an. Die Demonstranten verschafften sich im Bankenviertel mit Trommeln Gehör, besetzten Straßenkreuzungen und zogen zu immer neuen Plätzen. Die Beamten räumten Sitzblockaden und lösten Protestzüge mit bis zu 1000 Menschen auf.

Bis zum Mittag wurden rund 400 Demonstranten in Gewahrsam genommen. Rund 150 Protestler sollten zu Sammelstellen gebracht werden, unter anderem nach Wiesbaden und Gießen. Eine Polizeisprecherin nannte die Lage aber zunächst «recht ruhig».

Zu einer genehmigten Demonstration am Samstag werden nach Angaben des Ordnungsamts bis zu 30 000 Menschen erwartet, darunter auch rund 2000 gewaltbereite Autonome aus ganz Europa. Die Kapitalismuskritiker hatten mehrere Demonstrationen geplant, die Stadt hatte die Proteste aber verboten. Nach Klagen vor mehreren Gerichten wurde lediglich die Demonstration am Samstag erlaubt. Polizisten hatte bereits am Donnerstag den Rathausplatz geräumt, wo 700 Aktivisten demonstrierten. Am Mittwoch war das Protest-Camp vor der EZB aufgelöst worden.

Das «Blockupy»-Bündnis protestiert gegen die Euro-Krisenpolitik. Getragen wird die Bewegung unter anderem von der Partei Die Linke, den Globalisierungskritikern von Attac, Gewerkschaftern und Aktivisten von «Occupy», die vor der EZB im Herbst 2011 ihre Zelte aufschlugen. Der Begriff «Blockupy» setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern «block» (blockieren) und «occupy» (besetzen).

«Blockupy» Frankfurt

Attac

Gewerkschaftsjugend

Grüne Jugend

Mitteilung der Polizei