Über 20 000 Teilnehmer bei «Blockupy»-Demonstration in Frankfurt

Frankfurt/Main (dpa) - Zum Höhepunkt der «Blockupy»-Aktionen in Frankfurt haben mehr als 20 000 Menschen gegen Sparpolitik und Bankenmacht protestiert. Die von einem Großaufgebot der Polizei begleitete Demonstration war die einzige erlaubte Veranstaltung seit Beginn der Proteste drei Tage zuvor. Sie soll mit einer Kundgebung in Sichtweite der abgeriegelten Europäischen Zentralbank zu Ende gehen. Während der Demo kam es zu Rangeleien. Aktivisten zündeten Feuerwerkskörper. Laut Polizei flogen auch Steine, im Prinzip sei es aber friedlich geblieben.

Nach Kritik an Merkel erklärt Athen Streit um Referendum für beendet

Athen (dpa) - Nach der harschen Kritik an Kanzlerin Angela Merkel in Griechenland bemüht sich Athen, die erhitzten Gemüter zu besänftigen. Interims-Ministerpräsident Panagiotis Pikrammenos erklärte die Debatte über den angeblichen Vorschlag der Kanzlerin, die Griechen über den Verbleib im Euro-Raum abstimmen zu lassen, kurzerhand für beendet. Das griechische Parlament wurde inzwischen wie erwartet aufgelöst, um den Weg für Neuwahlen am 17. Juni freizumachen.

Chinesischer Bürgerrechtler mit Familie in die USA ausgereist

Peking (dpa) - Der blinde chinesische Bürgerrechtler Chen Guangcheng und seine Familie sind von China in die USA ausgereist. Vier Wochen nach seiner Flucht aus 19 Monaten Hausarrest in die US-Botschaft in Peking endet damit das diplomatische Tauziehen zwischen den USA und China um den Aktivisten. Die Ausreise kam am Ende schneller als erwartet. Chen hatte sich mit seinem Einsatz für Opfer von Machtwillkür einen Namen gemacht. In den USA will Chen zunächst Urlaub machen und dann Jura studieren.

Obama: Druck auf Iran aufrechterhalten

Camp David (dpa) - US-Präsident Barack Obama hat beim G8-Gipfel in Camp David dazu aufgerufen, den Druck auf den Iran aufrecht zu erhalten. Zugleich sagte er, die G8-Führer sähen den bevorstehenden Atomgesprächen mit dem Iran in Bagdad hoffnungsvoll entgegen. Es herrsche Einigkeit, mit der «Doppelstrategie» gegenüber dem Iran fortzufahren, die aus einer Kombination aus Sanktionen und Gesprächen bestehe. In der Vergangenheit hatten sich vor allem Russland und China einer härteren Gangart gegenüber Iran widersetzt.

Gabriel: Neuwahl wäre gut für Deutschland

Berlin (dpa) - SPD-Chef Sigmar Gabriel hält angesichts des Zustands der schwarz-gelben Koalition eine Neuwahl im Bund für sinnvoll. Es wäre für Deutschland gut, wenn diese Selbstblockade der Bundesregierung endlich beendet würde, sagte er der «Welt am Sonntag». Allerdings werde es dazu wohl nicht kommen. Bei wichtigen Themen wie Bildung, Pflege oder Atomausstieg stünden daher weitere eineinhalb verlorene Jahre bevor. Zur Entlassung von Umweltminister Norbert Röttgen sagte Gabriel, es sei bezeichnend, dass Merkel durch die Demütigung eines alten Weggefährten Stärke zu zeigen versuche.

80 000 beim Katholikentag

Mannheim (dpa) - Zum Abschluss des 98. Katholikentags in Mannheim haben die Veranstalter eine überwiegend positive Bilanz gezogen und hoffen auf Impulse bei der Suche nach Auswegen aus der Kirchenkrise. «Wir haben eine lebendige, glaubensstarke und vitale Kirche erlebt», sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück. Allerdings sei bei vielen der 80 000 Besucher auch Unruhe und Spannung deutlich geworden, wie es mit ihrer Kirche weitergeht. Prominente Katholiken und Reformgruppen übten massive Kritik an den Bischöfen und erhielten Unterstützung von Protestanten.