Annan in Damaskus über Massaker von Al-Hula «schockiert»

Damaskus (dpa) - Der UN-Sondervermittler für Syrien, Kofi Annan, ist vom Massaker in der Ortschaft Al-Hula «schockiert». Das Blutbad werde «schwere Folgen» haben, sagte Annan nach seiner Ankunft in Damaskus. Er sei zu einem kritischen Zeitpunkt gekommen. Bei dem Angriff der Regierung waren am Freitag mehr als 110 Menschen getötet worden, unter ihnen viele Frauen und Kinder. Annan ist zum ersten Mal in Syrien seitdem die UN-Beobachtermission gestartet ist. Es sind Gespräche mit Regierung und Opposition geplant.

US-General erwägt militärische Option gegen Syrien

Washington (dpa) - US-Generalstabschef Martin Dempsey erwägt erstmals ein militärisches Vorgehen gegen Syrien. Die USA seien bereit, militärische Optionen vorzulegen, wenn sie danach gefragt würden, sagte der General dem TV-Sender CBS. Allerdings fügte er ausdrücklich hinzu, dass es vor einer Diskussion über militärische Möglichkeiten diplomatischen Druck geben sollte. Bislang haben es US-Militärs und die US-Regierung vermieden, in der Öffentlichkeit über militärische Aktionen gegen Syrien zu sprechen. Frankreich und Großbritannien wollen eine Syrien-Konferenz einberufen.

Gauck zu Staatsbesuch in Israel eingetroffen

Berlin (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck in Israel eingetroffen. Dort wird er mit Präsident Schimon Peres und Regierungschef Benjamin Netanjahu zusammentreffen. Themen dürften die schwierige Lage im Nahen Osten und der Atomkonflikt mit dem Iran sein. Aber auch die Kontroverse um den Schriftsteller Günter Grass könnte eine Rolle spielen, der mit einem kritischen Gedicht für Verstimmung in Israel gesorgt hatte. Zum Abschluss am Donnerstag wird Gauck auch die palästinensischen Gebiete besuchen.

Merkel will mehr Tempo bei Netzausbau

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel schaltet sich verstärkt ein, damit die Energiewende vorankommt. Zusammen mit Wirtschaftsminister Philipp Rösler und Umweltminister Peter Altmaier besucht sie morgen die Bundesnetzagentur in Bonn, um sich über Probleme beim schleppenden Netzausbau zu informieren. Merkel hat massive Probleme beim Ausbau des Stromnetzes in Deutschland eingeräumt. Gerade beim Bau der großen Überlandleitungen gebe es Probleme, sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft.

100 Regierungsgegner in Russland festgenommen

Moskau (dpa) - Nach einem friedlichen Protest gegen Kremlchef Wladimir Putin auf dem Roten Platz in Moskau sind etwa 100 Menschen vorübergehend festgenommen worden. Die Regierungsgegner waren in weißer Kleidung und mit weißen Bändern durch die Innenstadt spaziert, dem Zeichen der Opposition. Als sich die Demonstranten einer Oppositionsversammlung in der Fußgängerzone anschließen wollten, griffen Sicherheitskräfte zu. Auch in St. Petersburg nahm die Polizei mehrere Regierungsgegner in Gewahrsam.

Keine Nachrichten in Griechenland - Journalisten streiken

Athen (dpa) - Aus Protest gegen Entlassungen und verspätete Löhne sind die griechischen Journalisten in einen 24-stündigen Streik getreten. Im Radio und Fernsehen gab es seit 06.00 Uhr Ortszeit keine Nachrichten- und Informationssendungen mehr. Morgen sollen dann auch keine Zeitungen erscheinen. Zu dem Streik hatte der Journalistenverband aufgerufen. Hunderte Kollegen seien arbeitslos. Andere würden seit Monaten nicht mehr bezahlt, sagte der Präsident des Journalistenverbandes, Dimitris Trimis, der dpa.