Moskau (SID) - Die Schach-WM geht in die Verlängerung: Weltmeister Viswanathan Anand (Indien) und Herausforderer Boris Gelfand (Israel) haben sich auch in der zwölften Partie in Moskau remis getrennt und spielen den Titel nun im Tiebreak unter verkürzter Bedenkzeit aus. Nach den regulär angesetzten zwölf Partien steht es 6:6. Da Anand als einer der besten Schnellschachspieler der Welt gilt, tritt er ab Mittwoch als Favorit ans Brett.

In der letzten Begegnung mit klassischer Bedenkzeit wählten die Kontrahenten zunächst die gleiche Strategie wie in der zehnten Partie. Anand eröffnete mit dem Doppelschritt des e-Bauern und spielte erneut die Rossolimo-Variante gegen Gelfands Sizilianische Verteidigung. Im fünften Zug wich er jedoch von seiner vorherigen Spielweise ab, so landeten die Gegner in einem selten angewandten Abspiel.

Der "Tiger aus Madras" opferte im achten Zug einen Bauern, um die Struktur des Herausforderers zu schwächen. Der 43-jährige Israeli klammerte sich jedoch nicht an seinem Material, sondern gab infolge zwei Bauern zurück und ließ den Damentausch zu, um sein Läuferpaar in Stellung zu bringen. Anand scheute in der Folge das Risiko und bot im 22. Zug in leicht besserer Stellung Remis an, das Gelfand natürlich annahm.

Der Kampf um die WM-Krone findet in der Moskauer Tretjakow-Galerie statt und ist mit 2,55 Millionen US-Dollar dotiert. Der Sieger erhält 1,53 Millionen.