Paris (dpa) - Sabine Lisicki ist nach ihrer Knöchelverletzung noch nicht wieder die alte. Die Berlinerin scheiterte bei den French Open bereits in der ersten Runde an der für ihre verrückte Tennismode bekannte Bethanie Mattek-Sands (WTA 167) mit 4:6, 3:6.

Die an Nummer 12 gesetzte 22-Jährige gehörte am Montag in Paris zu einem deutschen Quintett, das nach der Auftaktrunde die Koffer packen musste. Dazu gehörten Mona Barthel, Benjamin Becker, Philipp Petzschner und Tobias Kamke. Insgesamt waren 15 deutsche Profis gemeldet..

Der Lübecker Kamke war gegen Superstar Roger Feder erwartungsgemäß auf verlorenem Posten. «Wenn er einem dann plötzlich auf dem Platz gegenübersteht, wird die Aufregung doch groß, weil er der beste Spieler aller Zeiten ist», sagte Kamke ehrfurchtsvoll nach dem 2:6, 5:7, 3:6 gegen den Roland-Garros-Sieger von 2009. Federer stellte dabei mit seinem 233. Sieg in einem Grand-Slam-Turnier die Bestmarke des legendären Amerikaners Jimmy Connors ein und feierte zudem seinen 50. Erfolg am Bois de Boulogne. «Das ist ein großer Rekord, Jimmy ist einer der Größten der Geschichte», sagte der 16-fache Grand-Slam Champion stolz. Federer bekommt es nun mit dem Rumänen Adrian Ungur zu tun.

Sehr enttäuscht war dagegen Mona Barthel aus Neumünster. Die an Nummer 30 gesetzte deutsche Aufsteigerin der Saison verlor an der Seine sang- und klanglos 1:6, 1:6 gegen die amerikanische Qualifikantin Lauren Davis. «Ich weiß überhaupt nicht, was heute passiert ist. Ich bin ein bisschen traurig, aber ich hatte fünf super Monate in diesem Jahr», sagte die 21-Jährige.

Eher erwartungsgemäß scheiterten dagegen der Hartplatz-Spezialist Becker (5:7, 2:6, 4:6 gegen den US-Qualifikanten Jesse Levine) und Petzschner. Der Bayreuther zog - gehandicapt durch eine Handgelenksblessur - gegen den Tunesier Malek Jaziri mit 3:6, 5:7, 6:7 (7:9) den Kürzeren.

Am Rande einer Niederlage stand die Weltranglisten-Erste Victoria Asarenka. Die Australien-Open-Siegerin und vierfache Turnier-Gewinnerin des Jahres feierte einen 6:7 (6:8), 6:4, 6:2-Zittersieg gegen die Italienerin Alberta Brianti. Dabei hatte die Weißrussin beim Stand von 0:4 im zweiten Satz gegen die Nummer 105 der Tenniswelt schon vor dem Aus gestanden.

Nun trifft Asarenka auf die 20 Jahre alte Qualifikantin Dinah Pfizenmaier aus Bochum, die bei ihrem Grand-Slam-Debüt am Sonntag auf Anhieb in die zweite Runde eingezogen war. Außerdem hatten am Auftakttag auch die neue deutsche Nummer eins, Angelique Kerber, der Youngster Cedrik-Marcel Stebe und Routinier Michael Berrer den Sprung unter die letzten 64 bei der mit 17,226 Millionen Euro dotierten zweiten Grand-Slam-Veranstaltung des Jahres geschafft.