Ackermann stimmt Nachfolger auf unsichere Zeiten ein

Frankfurt/Main (dpa) - Der scheidende Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat seine Nachfolger auf schwierige Zeiten eingestimmt. Das künftige Führungs-Duo Anshu Jain/Jürgen Fitschen könne jedoch auf eine erfolgreiche Dekade aufbauen, bilanzierte der Schweizer nach zehn Jahren an der Spitze des Dax-Konzerns am Donnerstag bei der Hauptversammlung in Frankfurt. «Meine Nachfolger Jürgen Fitschen und Anshu Jain können auf dem gemeinsam Erreichten aufbauen», sagte Ackermann an seinem letzten Arbeitstag für Deutschlands größtes Geldinstitut. Im Investmentbanking habe die Deutsche Nummer eins zur Weltspitze aufgeschlossen, im Heimatmarkt sei das Privatkundengeschäft vor allem durch den Kauf der Postbank massiv gestärkt worden.

Jobaufschwung schwächt sich im Mai weiter ab - «Keine Trendwende»

Nürnberg (dpa) - Die Konjunktureintrübung Ende vergangenen Jahres schlägt verzögert nun auch auf den Arbeitsmarkt durch und hat im Mai zu einer weiteren Abschwächung des Jobaufschwungs geführt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren zum Spätfrühjahr 2,855 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. Dies seien 108 000 weniger als im April und nur noch 105 000 weniger als vor einem Jahr, teilte die BA am Donnerstag in Nürnberg mit. Mit dieser Entwicklung hatten auch Volkswirte deutscher Großbanken gerechnet. Die Zahl der Arbeitslosen sank damit im Monatsvergleich deutlich schwächer als im Schnitt der vergangenen drei Jahre. Trotzdem lag die Mai-Arbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Die Erwerbslosenquote sank um 0,3 Punkte auf 6,7 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 7,0 Prozent gelegen, berichtete BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise.

Schuldenkrise im Euroraum belastet deutsche Maschinenbauer

Frankfurt/Main (dpa) - Deutschlands Maschinenbauer leiden zunehmend unter der Staatsschuldenkrise im Euroraum. Im April gingen bei den mittelständisch geprägten Betrieben der deutschen Schlüsselindustrie zum sechsten Mal in Folge weniger Bestellungen ein als im Vorjahr, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag in Frankfurt berichtete. Der Auftragseingang brach gegenüber dem Vorjahr um real elf Prozent ein. Insbesondere das schwache Geschäft in den Euro-Partnerländern bremst die Branche. Dort zeigten sich die Kunden wenig investitionsfreudig, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers, der diese Entwicklung «enttäuschend» nannte: Die Orders aus den Euro-Partnerländern sanken um 17 Prozent, insgesamt ging das Auslandsgeschäft um neun Prozent zurück.

Merkel zu EU-Vorschlägen: Keine Denkverbote

Berlin/Brüssel (dpa) - Brüssels Vorstoß für eine vertiefte Währungs- und Wirtschaftsunion stößt bei Bundeskanzlerin Angela Merkel grundsätzlich auf offene Ohren. Der Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin sei ein erster weiterer Integrationsschritt, dem andere folgen müssten, sagte Merkel am Donnerstag. Neben engerer Kooperation müsse auch darüber nachgedacht werden, wie sich die Dinge in fünf bis zehn Jahren weiterentwickelten. Dies könne auch Vertragsänderungen erfordern. «Da sind wir heute noch nicht, und trotzdem gibt's da ja keine Denkverbote», sagte die Kanzlerin.

Volkswagen-Belegschaft bekommt 4,3 Prozent mehr Geld für 13 Monate

Hannover (dpa) - Kräftiges Einkommensplus für die VW-Belegschaft: Die rund 102 000 Tarifbeschäftigten der sechs westdeutschen Werke und der Finanzsparte bekommen vom 1. Juni an 4,3 Prozent mehr Geld. Das beschlossen die IG Metall und das Management des Autobauers in ihrer zweiten Gesprächsrunde über einen neuen Haustarifvertrag. Nach langen Verhandlungen hatten sich beide Seiten in der Nacht zum Donnerstag in Hannover geeinigt. Das gestiegene Entgelt liegt auf dem Niveau des Flächenabschlusses für die Metall- und Elektroindustrie. Die Laufzeit von 13 Monaten enthält jedoch keinen sogenannten Nullmonat, der das jährliche reale Plus in der Gesamtbranche auf etwa 4,0 Prozent senkt.

Stabwechsel bei EADS - Neuer Verwaltungsratschef Lagardère fehlt

Paris (dpa) - Führungswechsel bei Europas größtem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS: Auf der Hauptversammlung in Amsterdam präsentierte das scheidende Führungsteam am Donnerstag eine glänzende Bilanz für 2011 und positive Perspektiven fürs laufende Jahr. Verwaltungsratsvorsitzender Bodo Uebber sprach von einem «großartigen Jahr 2011». Im laufenden Jahr dagegen gebe es Risiken, so durch die Euro-Krise und den Druck auf die europäischen Staaten zu Ausgabenkürzungen. Uebber soll durch den Franzosen Arnaud Lagardère abgelöst werden, einen der größten EADS-Aktionäre. Der hat sich nach den Angaben wegen dringender anderer Verpflichtungen entschuldigen lassen und nahm nicht an der Sitzung teil.

Nach Facebook-Flop wackeln andere Internet-Börsengänge

New York (dpa) - Das Börsendebakel von Facebook verschreckt bereits andere Börsen-Aspiranten. Die Internet-Firmen wollen ein ähnliches Desaster wie beim weltgrößten Online-Netzwerk vermeiden. Facebook-Anleger der ersten Stunde haben mittlerweile mehr als ein Viertel ihres Einsatzes verloren. Die Aktie verlor zu Beginn des Handels am Donnerstag weitere mehr als zwei Prozent auf rund 27,50 Dollar. Das waren über 10 Dollar weniger als der Ausgabepreis von 38 Dollar beim Börsengang. Angesichts des dramatischen Preisverfalls verschob die amerikanische Reisesuchmaschine Kayak nach Informationen des «Wall Street Journal» und der «New York Times» ihre für diese Woche erwartete «Roadshow» auf unbestimmte Zeit.

Verbraucher in Konsumlaune - Einzelhandelsumsatz gestiegen

Wiesbaden (dpa) - Die Verbraucher in Deutschland haben sich von den Rekordspritpreisen zu Ostern und der wiederaufgeflammten Schuldenkrise die Konsumlaune nicht verderben lassen. Die Umsätze im Einzelhandel stiegen im April gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt um nominal 0,7 Prozent, bereinigt um Preiserhöhungen (real) legten sie um 0,6 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Von der Finanzagentur dpa-AFX befragte Ökonomen hatten nur mit einem realen Plus von 0,3 Prozent gerechnet. «Der Einzelhandel ist im Moment auf Kurs», sagte ein Sprecher des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Die niedrige Arbeitslosigkeit und gute Wirtschaftsdaten sorgten für gute Stimmung bei den Verbrauchern. Für das Gesamtjahr rechnet die Branche mit einem Wachstum von nominal 1,5 Prozent.

Studie: Erbschaften wachsen - seltener Bares, häufiger Immobilien

Berlin (dpa) - Erben in Deutschland können nach einer Studie mit deutlich größeren Nachlässen rechnen. Gut jede fünfte Erbschaft (22 Prozent) habe künftig einen Wert von 100 000 Euro und mehr. Das ergab eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Bislang lag der Anteil einer Umfrage aus dem Vorjahr zufolge bei 15 Prozent. «Die Anzahl und das Volumen der Erbschaften werden ein historisches Ausmaß erreichen», sagte Postbank-Privatkundenvorstand Michael Meyer. Allein für dieses Jahr werde das Erbschaftsvolumen auf 250 Milliarden Euro geschätzt. Dabei hinterlassen die Deutschen laut Studie immer mehr Häuser und Wohnungen, was den Nachlasswert erhöhe.

Deutsche Aktien geben Gewinne ab nach US-Arbeitsmarktdaten

Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem Kursrutsch vom Vortag hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag nicht dauerhaft erholen können. Der Dax gab nach enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten seine zwischenzeitlichen Gewinne ab und notierte am Nachmittag nur noch 0,08 Prozent höher bei 6286 Punkten. Am Mittwoch war der Leitindex angesichts einer ganzen Reihe von Hiobsbotschaften vor allem aus der Eurozone um knapp zwei Prozent abgerutscht. Der MDax gab am Donnerstag um 0,06 Prozent auf 10 202 Punkte nach, während der TecDax 0,23 Prozent auf 753 Punkte gewann. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2403 (Mittwoch: 1,2438) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8063 (0,8040) Euro.