Paris (dpa) - Deutschlands Top-Ten-Spielerin Angelique Kerber hat sich bei den French Open auch von einer Spielunterbrechung nicht stoppen lassen.

Die US-Open-Halbfinalistin beendete bei dem wichtigsten Sandplatz-Tennisturnier der Welt souverän ihr zweigeteiltes Match in der zweiten Runde gegen Olga Goworzowa mit 6:3, 6:2. Die Partie der US-Open-Halbfinalistin war am Vorabend wegen Regens und Dunkelheit beim Stand von 1:2 aus ihrer Sicht abgebrochen worden. «Es war nicht einfach. Das war eine ganz neue Situation für mich», sagte die Kielerin nach der zähen Hängepartie. «Es war eine lange Nacht für mich und ein ganz komisches Spiel.»

Herren-Newcomer Cedrik-Marcel Stebe unterlag dagegen in seinem vertagten Match dem französischen Publikumsliebling Jo-Wilfried Tsonga deutlich mit 2:6, 6:4, 2:6, 1:6 (Abbruch bei: 1:1 im vierten Satz) und schied damit als zehnter der 15 gestarteten Deutschen aus.

«Es ist eine gute Erfahrung, mal eine Runde zu gewinnen und hier gegen so einen großen Spieler auf so einem großen Platz zu spielen», sagte Stebe, der 91. der Weltrangliste. Er räumte aber ein: «Es war schwer für mich, mit der Pause umzugehen.»

Auf Suzanne Lenglen, dem zweitgrößten Court des Turniers, konnte der junge Linkshänder nicht an seine respektable Vorstellung vom Vortag anknüpfen. Der Schwabe, der erstmals in der zweiten Runde einer Grand-Slam-Veranstaltung stand, gewann am Donnerstag nur noch zwei Spiele gegen Tsonga.

Kerber machte es besser: Der Weltanglisten-Zehnten reichte gegen die Nummer 77 der Tenniswelt aus Weißrussland eine solide Leistung. In der von vielen Breaks geprägten, nicht hochklassigen Partie zeigte sich die 24-Jährige vor allem in den entscheidenden Situationen im ersten Satz hellwach und hatte im zweiten Satz relativ leichtes Spiel. «Ich habe da noch Potenzial nach oben», sagte Kerber selbstkritisch. «Aber das ganze Warten hat Energie gekostet und man muss auch an schlechten Tagen gewinnen können.»

Mit einem Ass bei ihrem ersten Matchball machte sie nach einer Stunde und 15 Minuten ihren ersten Drittrundeneinzug bei den French Open perfekt. Nun trifft die Senkrechtstarterin, die in diesem Jahr in Paris und Kopenhagen ihre bisherigen beiden WTA-Titel gefeiert hatte, auf Flavia Pennetta (16 der Setzliste). Gegen die Italienerin liegt sie im Vergleich 1:2 zurück. «Sie hat das Soll erfüllt. Sie war heute souverän die bessere Spielerin», sagte Bundestrainerin Barbara Rittner über Kerber. «Gegen Pennetta ist alles offen.»

Bei dem mit 17,226 Millionen Euro dotierten Turnier im Stade Roland Garros waren für Donnerstag noch die Partien von Florian Mayer (Bayreuth), Julia Görges (Bad Oldesloe), Tommy Haas (Hamburg) und Philipp Kohlschreiber (Augsburg) angesetzt.