Paris (dpa) - Deutschlands Top-Ten-Spielerin Angelique Kerber hat sich bei den French Open auch von einer Spielunterbrechung nicht stoppen lassen.

Die US-Open-Halbfinalistin beendete bei dem wichtigsten Sandplatz-Tennisturnier der Welt routiniert ihr zweigeteiltes Match gegen die Weißrussin Olga Goworzowa mit 6:3, 6:2. Die Zweitrundenpartie der Kielerin war am Mittwochabend wegen Regens und Dunkelheit beim Stand von 1:2 aus ihrer Sicht abgebrochen worden. «Es war nicht einfach. Das war eine ganz neue Situation für mich», sagte Kerber nach der zähen Hängepartie am Bois de Boulogne. «Es war eine lange Nacht für mich und ein ganz komisches Spiel.»

Kerber erreichte als erste der 15 gestarteten Deutschen die Runde der besten 32. Trübe Bilanz bei den Herren: München-Sieger Philipp Kohlschreiber, Cedrik-Marcel Stebe und Florian Mayer schieden aus. Der an Nummer 32 gesetzte Mayer musste sich dem argentinischen Qualifikanten Eduardo Schwank 6:2, 3:6, 4:6, 6:7 (4:7) geschlagen geben und verpasste ein Duell mit Top-Favorit Rafael Nadal. «Ich hätte gern eine bessere Sandplatzsaison gespielt», haderte Mayer mit sich. «Aber das Leben geht weiter und die nächsten Turniere stehen an.» Er reist jetzt nach Halle. Rasen kommt Mayer als Belag gelegen.

Deutschlands Spitzenspieler Kohlschreiber zog unglücklich den Kürzeren gegen den Argentinier Leonardo Mayer 6:7 (5:7), 6:7 (4:7), 5:7. Und Newcomer Stebe unterlag in seinem vertagten Match dem französischen Publikumsliebling Jo-Wilfried Tsonga mit 2:6, 6:4, 2:6, 1:6 (Abbruch am Mittwochabend bei 1:1 im dritten Satz). «Es ist eine gute Erfahrung, mal eine Runde zu gewinnen und hier gegen so einen großen Spieler auf so einem großen Platz zu spielen», sagte Stebe, der 91. der Weltrangliste. Der 21-jährige Schwabe räumte aber ein: «Es war schwer für mich, mit der Pause umzugehen.» Auf Suzanne Lenglen, dem zweitgrößten Court des Turniers, konnte der Linkshänder nicht an seine respektable Vorstellung vom Vortag anknüpfen.

Kerber machte es besser: Der Weltanglisten-Zehnten reichte gegen die Nummer 77 der Tenniswelt, Goworzowa, eine solide Leistung. In der von vielen Breaks geprägten, nicht hochklassigen Partie zeigte sich die Norddeutsche vor allem in den entscheidenden Situationen im ersten Satz hellwach und hatte dann im zweiten Durchgang relativ leichtes Spiel. «Ich habe da noch Potenzial nach oben», sagte die 24-Jährige selbstkritisch. «Aber das ganze Warten hat Energie gekostet, und man muss auch an schlechten Tagen gewinnen können.»

Mit einem Ass bei ihrem ersten Matchball machte sie nach einer Stunde und 15 Minuten ihren ersten Drittrundeneinzug bei den French Open perfekt. Nun trifft die Senkrechtstarterin, die in diesem Jahr in Paris und Kopenhagen ihre bisherigen beiden WTA-Titel gefeiert hatte, auf Flavia Pennetta (16 der Setzliste). Gegen die Italienerin liegt sie im Vergleich 1:2 zurück. «Angie hat das Soll erfüllt. Sie war heute souverän die bessere Spielerin», sagte Bundestrainerin Barbara Rittner über Kerber. «Gegen Pennetta ist alles offen.»

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