Paris (dpa) - Deutschlands Top-Ten-Spielerin Angelique Kerber hat sich bei den French Open auch von einer Spielunterbrechung nicht stoppen lassen.

Die US-Open-Halbfinalistin beendete bei dem wichtigsten Sandplatz-Tennisturnier der Welt routiniert ihr zweigeteiltes Match gegen die Weißrussin Olga Goworzowa mit 6:3, 6:2. Die Zweitrundenpartie der Kielerin war am Mittwochabend wegen Regens und Dunkelheit beim Stand von 1:2 aus ihrer Sicht abgebrochen worden. «Es war nicht einfach. Das war eine ganz neue Situation für mich», sagte Kerber nach der zähen Hängepartie am Bois de Boulogne. «Es war eine lange Nacht für mich und ein ganz komisches Spiel.»

Kerber erreichte als erste der 15 in Paris gestarteten Deutschen die Runde der besten 32. Das Aus ereilte dagegen Florian Mayer und Cedrik-Marcel Stebe. Der an Nummer 32 gesetzte Mayer musste sich dem argentinischen Qualifikanten Eduardo Schwank 6:2, 3:6, 4:6, 6:7 (4:7) geschlagen geben und verpasste ein Duell mit Top-Favorit Rafael Nadal. Newcomer Stebe unterlag in seinem vertagten Match dem französischen Publikumsliebling Jo-Wilfried Tsonga mit 2:6, 6:4, 2:6, 1:6 (Abbruch am Mittwochabend bei 1:1 im dritten Satz).

«Es ist eine gute Erfahrung, mal eine Runde zu gewinnen und hier gegen so einen großen Spieler auf so einem großen Platz zu spielen», sagte Stebe, der 91. der Weltrangliste. Er räumte aber ein: «Es war schwer für mich, mit der Pause umzugehen.» Auf Suzanne Lenglen, dem zweitgrößten Court des Turniers, konnte der junge Linkshänder nicht an seine respektable Vorstellung vom Vortag anknüpfen. Der Schwabe, der erstmals in der zweiten Runde einer Grand-Slam-Veranstaltung stand, gewann am Donnerstag nur noch zwei Spiele gegen Tsonga.

Kerber machte es besser: Der Weltanglisten-Zehnten reichte gegen die Nummer 77 der Tenniswelt, Goworzowa, eine solide Leistung. In der von vielen Breaks geprägten, nicht hochklassigen Partie zeigte sich die Norddeutsche vor allem in den entscheidenden Situationen im ersten Satz hellwach und hatte dann im zweiten Durchgang relativ leichtes Spiel. «Ich habe da noch Potenzial nach oben», sagte die 24-Jährige selbstkritisch. «Aber das ganze Warten hat Energie gekostet, und man muss auch an schlechten Tagen gewinnen können.»

Mit einem Ass bei ihrem ersten Matchball machte sie nach einer Stunde und 15 Minuten ihren ersten Drittrundeneinzug bei den French Open perfekt. Nun trifft die Senkrechtstarterin, die in diesem Jahr in Paris und Kopenhagen ihre bisherigen beiden WTA-Titel gefeiert hatte, auf Flavia Pennetta (16 der Setzliste). Gegen die Italienerin liegt sie im Vergleich 1:2 zurück. «Angie hat das Soll erfüllt. Sie war heute souverän die bessere Spielerin», sagte Bundestrainerin Barbara Rittner über Kerber. «Gegen Pennetta ist alles offen.»

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