Kabul (dpa) - Nach der Tötung von Al-Kaidas «Nummer zwei» haben die USA Pakistan zu einem schärferen Vorgehen gegen Rückzugsräume von Terroristen im Grenzgebiet zu Afghanistan aufgefordert.

«Es ist sehr wichtig, dass Pakistan Schritte unternimmt, gegen diese Bedrohung vorzugehen», sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta in Kabul. Bei einem US-Drohnenangriff im Stammesgebiet Nord-Waziristan war am Montag nach Angaben aus pakistanischen Geheimdienstkreisen der Topterrorist Abu Jahja al-Libi getötet worden. Panetta erwähnte Al-Libi am Donnerstag nicht ausdrücklich.

Der US-Verteidigungsminister sagte nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Abdul Rahim Wardak, es sei schwierig, Sicherheit in Afghanistan zu schaffen, solange es Rückzugsorte für Terroristen in Pakistan gebe. Es sei «schrecklich, dass diejenigen, die unsere Menschen, unsere Truppen angreifen, den Vorteil haben, dass sie in einen Rückzugsort in Pakistan zurückkehren können». Panettas Besuch in Afghanistan war aus Angst vor Anschlägen nicht angekündigt worden.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai übte am Donnerstag scharfe Kritik an einem Nato-Luftangriff, bei dem nach seinen Angaben 18 Zivilisten getötet wurden. «Nato-Operationen, die Zivilisten körperlichen und materiellen Schaden zufügen, können in keiner Weise gerechtfertigt, akzeptiert oder toleriert werden», sagte er einer Mitteilung des Präsidentenpalastes zufolge. Wegen des Luftschlags in der ostafghanischen Provinz Logar und wegen eines Doppelanschlags in der südafghanischen Stadt Kandahar brach Karsai seine China-Reise ab.

Pentagon zu Panettas bisheriger Asien-Reise