Facebook-Pläne der Schufa stoßen auf Kritik und Empörung

Hamburg/Potsdam (dpa) - Ein von der Schufa angeschobenes Forschungsprojekt zur möglichen Nutzung öffentlicher Daten aus Sozialen Netzwerken bei der Berechnung der Kreditwürdigkeit ist auf scharfe Kritik gestoßen. Deutschlands größte Auskunftei hatte am Dienstag zusammen mit dem Hasso-Plattner-Institut an der Universität Potsdam ein Projekt zur «Analyse und Erforschung von Daten aus dem Web» gestartet. Die Schufa betonte, es gebe bisher keine konkreten Pläne, tatsächlich Informationen aus dem Internet zu analysieren. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) warnte die Schufa ausdrücklich vor einem Schnellschuss: «Die Schufa darf nicht zum Big Brother des Wirtschaftslebens werden.»

Spanien bleibt am Anleihemarkt unter Druck - Zinsen steigen

Madrid/Paris (dpa) - Für das von einer Bankenkrise gebeutelte Euroland Spanien gibt es am Anleihemarkt keine Entwarnung. Das Schatzamt in Madrid versteigerte am Donnerstag Staatspapiere mit drei verschiedenen Laufzeiten und sammelte 2,07 Milliarden Euro ein. Die Nachfrage war sehr groß. Dennoch wird die Geldaufnahme immer teurer. Um Spanien für zehn Jahre Geld zu leihen, verlangten Investoren Zinsen von 6,044 Prozent. Im April waren es noch 5,743 Prozent. Damit wird die Finanzierung der Schulden für Madrid, das ohnehin mit einem zu hohen Staatsdefizit kämpft, immer teurer.

China senkt erstmals seit 2008 seine Leitzinsen

Peking (dpa) - Wegen der unerwartet starken Abschwächung seiner Konjunktur hat China erstmals seit 2008 wieder seine Leitzinsen gesenkt. Die Leitzinsen für Ausleihungen und für Einlagen von jeweils einem Jahr werden jeweils um 0,25 Prozentpunkte reduziert, wie die chinesische Notenbank am Donnerstag in Peking mitteilte. Das Wachstum der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt hatte sich im ersten Quartal mit 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum überraschend stark abgebremst. Es war der niedrigste Anstieg seit fast drei Jahren.

Von der Leyen: Schlecker-Frauen sollen umgeschult werden

Berlin (dpa) - Die gekündigten Schlecker-Beschäftigten sollen Fachkräftelücken in anderen Branchen füllen. Besonders gesucht werden Erzieher und Altenpfleger. Die Arbeitsagenturen wollten ihnen vollwertige Umschulungen in diese Mangelberufe anbieten, kündigten Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Arbeitsagenturchef Frank-Jürgen Weise am Donnerstag in Berlin an. In strukturschwachen Räumen könnten viele Schlecker-Frauen keine Anstellung im Handel finden, bei Erziehern oder in der Altenpflege aber sei der Bedarf groß. «Hier müssen wir passgenau qualifizieren», sagte von der Leyen. «Ich will den Frauen Mut zusprechen, einen Neuanfang zu wagen.»

Arbeitslosenquote in Frankreich so hoch wie seit 1999 nicht mehr

Paris (dpa) - Die Arbeitslosenquote in Frankreich ist auf den höchsten Stand seit Ende der 90er Jahre gestiegen und liegt mittlerweile fast doppelt so hoch wie in Deutschland. Im ersten Quartal 2012 seien im europäischen Kernland rund 2,7 Millionen Menschen ohne Job gewesen, teilte das Statistikamt Insee am Donnerstag in Paris mit. Dies entspreche nach Berechnungsmethode der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) einer Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent.

Air Berlin: 2013 zurück in die Gewinnzone

Stansted (dpa) - Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin will nach Jahren massiver Verluste im Jahr 2013 wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Das kündigte Vorstandschef Hartmut Mehdorn am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Stansted bei London an. «Wir wollen für 2012 eine deutliche Ertragssteigerung erreichen», sagte Mehdorn in seiner Rede vor den Aktionären. 2013 sollen dann wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Air Berlin hatte im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 4,23 Milliarden Euro unter dem Strich einen Verlust von 272 Millionen Euro eingeflogen.

Dallara gibt Chefposten bei Bankenverband auf

Kopenhagen (dpa) - Der internationale Bankenverband IIF geht mit einer neuen Doppelspitze die weitere Bewältigung der Finanzkrise an. Unmittelbar nach der Ablösung des Deutschen Joseph Ackermann als Präsident kündigte der geschäftsführende IIF-Geschäftsführer Charles Dallara am Donnerstag in Kopenhagen seinen Rücktritt in den kommenden Monaten an. Der US-Manager hatte maßgeblich an der Aushandlung eines Schuldenschnitts für Griechenland mitgewirkt und den Bankenverband über knapp zwei Jahrzehnte gelenkt. Über die Nachfolge wurden keine Angaben gemacht.

Deutscher Aktienmarkt nimmt nach Leitzinssenkung in China Fahrt auf

Frankfurt (dpa) - Eine Leitzinssenkung in China und eine Anleiheauktion durch Spanien haben dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag Schwung verliehen. Nach der Vorlage der US-Arbeitsmarktdaten reduzierte der deutsche Leitindex Dax seine Gewinne zwar geringfügig, stand zuletzt aber immer noch mit 1,43 Prozent im Plus bei 6 181 Punkten. Der MDax gewann 1,93 Prozent auf 10 229 Punkte und der TecDax stieg um 1,07 Prozent auf 744 Punkte. Am Vortag war der deutsche Leitindex wieder über die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten geklettert und hatte am Ende mehr als zwei Prozent zugelegt. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2595 (Mittwoch: 1,2485) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7940 (0,8010) Euro.