Frankfurt/Main (dpa) - Trotz der Unsicherheit vor der Griechenland-Wahl ist der Dax am Freitag, dem sogenannten Hexensabbat, etwas fester in den Handel gestartet.

Gestützt auf freundliche Vorgaben aus Übersee lag der deutsche Leitindex zwei Tage vor der Griechenland-Abstimmung im frühen Geschäft mit 0,84 Prozent im Plus bei 6190 Punkten. Der MDax stieg um 0,60 Prozent auf 9991 Punkte, und die Technologiewerte im TecDax legten moderat um 0,30 Prozent auf 725 Punkte zu.

Die freundliche Eröffnung ist nach Ansicht von Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) weitestgehend auf die Kursgewinne an der Wall Street zurückzuführen. Dort habe die Hoffnung auf geldpolitische Maßnahmen der Notenbank Fed gestützt.

Später gaben zudem noch Spekulationen Auftrieb, dass sich die globalen Notenbanken auf ein koordiniertes Einschreiten vorbereiten, sofern die Liquidität an den Finanzmärkten angesichts eines ungünstigen Wahlausgangs in Athen in Gefahr gerät. Analysten reagierten jedoch skeptisch auf diese Meldung

Nicht nur der «Hexensabbat», an dem im großen Stil Optionen und andere Derivate fällig werden und dadurch Kursbewegungen auslösen können, sondern vor allem auch die steigende Nervosität vor den Wahlen in Griechenland könnten im Verlauf aber für jene Schwankungen sorgen, die den bisherigen Wochenverlauf schon geprägt haben.

«Im Vorfeld der griechischen Parlamentswahl am Sonntag werden die Finanzmärkte wohl von Unsicherheit geprägt sein», sagte Schmidt. Gerüchte besagen, dass die konservative Nea Dimokratia als Favorit in den zweiten Wahlgang gehe. Selbst bei einem Sieg stünde aber weiter die Möglichkeit einer Regierungsbildung infrage.

Die zuletzt sehr stark gefallenen Stahltitel von ThyssenKrupp setzen im freundlichen Markt zur Erholung an und gewannen an der Dax-Spitze 2,68 Prozent hinzu. Papiere von Fresenius Medical Care (FMC) gaben dagegen am Indexende um 1,45 Prozent nach. Ein Börsianer machte einen Medienbericht über Ermittlungen der US-Gesundheitsbehörde FDA dafür verantwortlich.