San Francisco (dpa) - Martin Kaymer war trotz eines schwachen Starts in die US Open zu Scherzen aufgelegt. «Das Positive an der Runde: Ich habe Bogey-frei gespielt. Spaß beiseite: die Double-Bogeys resultierten aus jeweils einem schlechten Schlag, der bei den US Open hart bestraft wird», sagte er.

Der Golfprofi aus Mettmann benötigte im Olympic Club von San Francisco 74 Schläge und reihte sich damit auf dem geteilten 52. Rang ein. Noch vier Schläge mehr benötigte Alex Cejka (125. Platz) auf dem Par-70-Kurs. Er muss um die Qualifikation für die beiden Schlussrunden bangen. An der Spitze stahl hingegen Michael Thompson den Superstars die Show und verwies auch den ehemaligen Weltranglistenersten Tiger Woods auf den zweiten Rang.

Sollte Woods letztlich aber der vierte Sieg bei den 112. US Open gelingen, würde er auch dort mit dem legendären Jack Nicklaus gleichziehen. Es wäre sein 15. Major-Titel insgesamt. Zum Auftakt blieb Woods ebenso wie vier weitere Konkurrenten mit 69 Schlägen einen Versuch unter dem Platzstandard. Drei Schläge weniger als Woods benötigte sein amerikanischer Landsmann Thompson.

Der 27-Jährige ist die Nummer 107 der Weltrangliste. «Das ist einer meiner Lieblingskurse», sagte Thompson nach seiner Toprunde. Er spielt erst seine zweiten US Open, kennt den Golfplatz aber ganz genau: «Ich habe ihn allein in den letzten zehn Tagen ungefähr elfmal gespielt. Irgendwann weiß man, wo der Ball hin muss.»

«Wenn dein Spiel nur ein bisschen nicht so läuft, bezahlst du den Preis», meinte dagegen Woods, nachdem unter anderem seine Mitspieler Phil Mickelson (76) und Bubba Watson (78) hinter ihren Erwartungen geblieben waren. Mit seiner eigenen ersten Runde bei dem mit 7,5 Millionen US-Dollar dotierten Höhepunkt der US-PGA-Tour war der Weltranglisten-Vierte hingegen sehr zufrieden. «Ich bin begeistert, wie ich meinen Plan umsetzen konnte», meinte Woods, der seit vier Jahren kein Masters-Turnier mehr gewonnen hat. «Das war der alte Tiger», lobte Watson den einstigen Branchendominator.

Der Weltranglisten-Erste Luke Donald (England) kam dagegen nicht über eine 79 hinaus - das gleiche Ergebnis gelang dem 14 Jahre alten Amateur Andy Zhang. Der in Florida lebende Nachrücker zitterte am ersten Abschlag vor Aufregung und freute sich an Bahn 18 sichtlich nach dem überstandenen Debüt. Zwei Schläge weniger benötigte Titelverteidiger Rory McIlroy aus Nordirland.

Kaymer haderte wie viele seiner Kollegen mit dem schweren Platz an der amerikanischen Westküste: «Mitte der Runde habe ich einige Fairways verfehlt und mir dadurch wenig Birdie-Chancen erarbeiten können.» Einige Profis wie Woods verzichteten zeitweise ganz auf den Driver, weil die Bahnen so schmal sind. Der Deutsche war zwar ordentlich gestartet, leistete sich aber drei Doppel-Bogeys. Zum Ende des ersten Arbeitstages im Olympic Club lief es wieder etwas besser: «Ende der Runde habe ich mich mit dem zweiten Birdie noch auf vier über Par zurückkämpfen können.» Immerhin war er mit seinem Putt-Spiel auf den trockenen Grüns zufrieden.

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