Stuttgart/Nürnberg (dpa) - Die Insolvenzen der Drogeriekette Schlecker und ihrer Töchter haben die Bundesagentur für Arbeit bislang rund 133 Millionen Euro gekostet. Die Summe setze sich aus Insolvenzgeld und Sozialabgaben für betroffene Mitarbeiter zusammen.

Das sagte eine Sprecherin der Nürnberger Behörde am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Sie bestätigte damit einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung». Ein Sonderprogramm für die Umschulung ehemaliger Schlecker-Mitarbeiter hält Agentur-Vorstandsmitglied Raimund Becker für unnötig.

«Wir haben genügend Geld, um den Bedürfnissen der Schlecker-Frauen gerecht zu werden», sagte er der Zeitung. In diesem Jahr stünden noch rund 470 Millionen Euro für alle Antragsteller - also nicht nur für Schlecker-Beschäftigte - zu Umschulungszwecken bereit, wie die Sprecherin erklärte.

Betroffen von der Pleite des einstigen Drogerieriesen sind ihren Angaben nach etwa 26 700 Mitarbeiter bei der Schlecker-Mutter. Auf die Töchter Schlecker XL und Homeshopping entfielen zusammen gut 2900 Betroffene, bei IhrPlatz seien es etwas mehr als 5000. Unklar sei aber, für wie viele Betroffene bereits ein entsprechender Antrag eingegangen sei.

Becker rief in der Zeitung Bund und Länder dazu auf, ihren Streit um die Finanzierung von Umschulungen zu Erzieherinnen und Altenpflegerinnen schnell beizulegen. «Wenn sie sich einigen würden, hätten wir weitaus mehr Spielraum, um Menschen in solche Berufe zu bringen», sagte Becker. Die Agentur bezahlt den Angaben zufolge maximal zwei Jahre, die Ausbildung dauert jedoch drei. Bund und Länder streiten sich darüber, wer für das dritte Jahr aufkommen muss.

«Süddeutsche»-Bericht