Frankfurt/Main (SID) - Fünf Klubs wehren sich gegen drohende "Geisterspiele" und Geldstrafen - drei Vereine wollen erst am Dienstag entscheiden, ob sie den Strafanträgen des DFB-Kontrollausschusses zustimmen. Wie ein DFB-Sprecher am Montag bestätigte, haben Fortuna Düsseldorf, Bayern München, Dynamo Dresden, Jahn Regensburg und der Karlsruher SC Einspruch gegen die vom Kontrollausschuss wegen diverser Vergehen wie Fanausschreitungen beantragten Sanktionen eingelegt.

Hertha BSC Berlin, Eintracht Frankfurt und der 1. FC Köln hatten eine Fristverlängerung um einen Tag beantragt. Das Trio will erst am Dienstag seine weitere Vorgehensweise bekannt geben. Mit Urteilen des DFB, die je nach Fall entweder im Einzelrichter-Verfahren oder nach einer mündlichen Verhandlung gefällt werden, ist allerdings erst in der nächsten Woche zu rechnen.

Der zweimalige DFB-Pokal-Sieger aus Düsseldorf muss laut Antrag des DFB-Kontrollausschusses sein erstes Bundesliga-Heimspiel seit 15 Jahren unter Ausschluss von Zuschauern spielen. Zudem hatte der Kontrollausschuss 100.000 Euro Geldstrafe verhängt. "Wir haben uns intensiv mit dem Strafmaß befasst und sind dann nach ausführlicher Abwägung zu diesem Ergebnis gekommen", sagte Fortuna-Präsident Peter Frymuth dem SID: "Hintergründe werden von uns nicht kommentiert."

Auch Karlsruhes Präsident Ingo Wellenreuther bestätigte am Montag dem SID, dass die Badener das vom Kontrollausschuss beantragte "Geisterspiel" sowie die Geldstrafe von 15.000 Euro für den KSC nicht akzeptieren wollen: "Wir haben eine schriftliche Stellungnahme eingereicht. Darin werden einige Argumente vorgebracht. Wir hoffen auf eine Neubewertung des Sachverhalts", sagte Wellenreuther.

Tausende Fans der Düsseldorfer hatten beim Relegationsrückspiel am 15. Mai gegen Berlin bereits vor Ablauf der siebenminütigen Nachspielzeit den Rasen gestürmt und Bengalische Feuer gezündet. Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) musste für 20 Minuten unterbrechen, ehe er das Spiel noch einmal für rund 90 Sekunden fortsetzte. Die Unterbrechung nahm Hertha BSC zum Anlass, Einspruch gegen die Spielwertung einzulegen. Die Berliner scheiterten aber vor dem Sportgericht und in zweiter Instanz auch vor dem Bundesgericht des DFB.

In Karlsruhe war es nach dem Relegationsrückspiel gegen Jahn Regensburg, in dem der Abstieg in die 3. Liga besiegelt wurde, zu schweren Ausschreitungen rund um das Wildparkstadion gekommen. Dabei wurden 76 Personen verletzt.

Berlin, Frankfurt und Köln sollen laut Antrag des Kontrollausschusses im ersten Heimspiel der neuen Saison höchstens 20.000 Eintrittskarten verkaufen dürfen, Dresden maximal 13.000. Wegen des Einsatzes von Pyrotechnik seiner Fans droht dem FC Bayern eine 40.000-Euro-Strafe, Regensburg soll 10.000 Euro zahlen.