Rio de Janeiro (dpa) - 20 Jahre nach dem wegweisenden «Erdgipfel» von 1992 beginnt heute in Rio de Janeiro der UN-Nachfolgegipfel zur nachhaltigen Entwicklung «Rio+20». Zu der dreitägigen Konferenz werden mehr als 100 Staats- und Regierungschefs in der zweitgrößten brasilianischen Stadt erwartet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ihre Teilnahme abgesagt. Deutschland wird von Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) vertreten.

Der Gipfel will die Weichen stellen für ein ressourcenschonenderes Wirtschaftsmodell und Verbesserungen für den Umweltschutz erreichen. Allerdings kritisierten Umweltverbände den vorliegenden Textentwurf für die Abschlussdeklaration als «bittere Enttäuschung». Bei keinem Punkt gebe es Fortschritte. Sollte die knapp 50-seitige Deklaration so von den Regierungschefs angenommen werden, sei der Gipfel gescheitert, warnten Umweltschützer.

Die Delegationen stimmten indes dem von Brasilien verhandelten Kompromissentwurf mit dem Titel «Die Zukunft, die wir wollen» gestern (Dienstag) nach tagelangen zähen Verhandlungen zu. Die EU und Deutschland hatten auf deutliche Verbesserungen etwa bei der Aufwertung des UN-Programms UNEP und beim Meeresschutz gedrängt, konnten ihre Forderungen aber nur ansatzweise durchsetzen.

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